16° Giessische wöchentllch 15<ni<minlGt'ge Anzeigen
dir Menschen dazu geneigt sind, wie sehr sie der falsche Ehrgeiz spornet, Md wie eS immer einer dem andern zum Truz, und oft sich selbst zum grünen Schaden im Aufwand zuvorzuthun sucht. Sind aber Gefezze da, die eü verbieten : so muß es unterbleiben, und die Unterthanen können das er, forderliche eher abtragen.
rUiic Gest;;« müsse" sihr selten , und nur zur höchsten riOth gegeben werden. Ihre Anzahl würde sonst zu sehr vergrössert, und dadurch die Beobachtung derselbigen schwer geniacht werden. T-rci- rus behauptet I.ann. daß das die verdorbenste Republik sey , wo die Meyresten Gesezze wären (corrupriffima reSpubL vbi plurimae leges.) Der Verfasser des Testaments des Cardinals Richelieu erklärt den Sinn Vieser Stelle durch ein Gleichiiiß: die vielen Gesezze, sagt er, zeigen so wohl einen kranken Staat an, wie in einem Hause die vielen Arzeney Glästr ei, nen kranken Einwohner. Der Verfasser des Velisarius handelt von diesem Punkt im ii. Kap. ganz unvergleichlich. Es war / schreibe er, eine öete, wo alle Gestzze zu Rom aufzwölf Tafeln geschrieben standen, und diese hatte gewiß viel« Vorzüge vor der jczzlgen : Wik mussn diese Stelle ganz abschreiben r um das nötige und schöne zu zeigen; sie verdient aber daß man sie bey dem Verfasser im Zusammenhänge selbst liest. Und was kan man mehr zu ihrer Empfehlung sagen ; als daß die Rußische Monarchin ^aher soll Gelegenheit genommen haben ihr Gesezbuch verfertigen zu Wen.
Die gegebenen Gesezze müssen nicht leicht wieder verändert werden. Eine üitere Veränderung ist hier sehr gefährlich. Es weis auf die Weise niemand, wie er sich eigentlich zu verhalten habe. Daher als Solon den Atheniensern seine Gesezze gab, muste sich der ganze Rath eid, lich verpsiichten, darüber genau und beständig zu kalten. Man lese davon, was Plutarch schreibet. Vom Lykurg wird gleichfals erzählt, daß der Rath von kacedemon nach seinen erhaltenen Gesezzen sich ihm eidlich ver, kindlich gemacht habe, in seinen Gesezzen nichts zu verändern, biß er wider von seiner R-ise, die er thun wolte, zurük käme. Er verreiste aber, und kam niemals wider. ,
Vie Gesczzc müssen sonlgcmein (cytt, daßste alle ohne Ausnahme verpflichten, und ihre Unverlezlichkcik muß so heiligge- Kalren wcrdcn , daß man nur im Fall der höchsten Noch einige Nachsicht zuläst. Auch der geringste Bruch ist den Gesezzen nachtheilig. Er Wird ein fressender Schaden, der »hngeachkel aller Mühe, die
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