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worden, und in welcher Verlegenheit sich die erstere befunden, als ihr *5au6* Herr nach seiner Zurückkunft von diesem Vorfall Nachricht erhalten. Indessen machte dieser so glücklich gelungene Streich die Betrügerin nut noch kühner, mehrere zu begehen. Nachdem sie einmal ihre Ehre dem Lasier aufgeopfert hatte; sobesaß sie Dreistigkeit genüg, einen neuen Stretch zu wagen.
Sie hatte sich wiederum mit einigen Kleidungsstücken versehen, und gab sich für eine Fraulein von H... aus. Ihre Absicht war einzig und allein dahin gerichtet, das Herz eines jungen und reichen Menschen zu gewinnen, um nachmals unter dem Bande der Ehe eine desto freiere Lebensart führen zu können. Um diese Absicht zu erreichen, verfertigte sie im Nahmen eines vornehmen Herrn einen falschen Schuldschein, in welchem angeführt wurde, daß derselbe ihrem Vater zwölf tausend Thaler schuldig geworden, wovon sie die jährlichen Zinsen zu genießen hatte. Ihr äußerliches gutes Ansehen verschaste ihr bald Anbeter, und da es rhr an der Gabe, durch ein angenehmes Wesen eines jeden Gunst zu gewinnen nicht fehlte, so gelung eS ihr gar bald, unter der Menge ihrer Verehrer das Herz eines jungen Menschen zu erobern, welcher außer dem Vorzüge seiner Geburt ein ansehnliches Vermögen besaß. Dieser junge Herr hatte eine redliche und wahre Neigung auf sie geworfen, allein er begieng eben den Fehler, welchen gemeidiglich ave diejenigen begehen, die sich, ohne vorher zu überlegen, ob ihre Wahl auch zu ihrer Zufriedenheit und wahren Ge- müthsruhe gereichen werde, von dem Affekt der Liebe blindlings hinreißen lassen. Da er keine Aeltern mehr und bereits das volljährige Alter erreichet hatte, so stand ihm nichts entgegen was seinem Vorhaben einige Hin- dern iß in den Weg legen konnte. Das Hertz eines jungen und sich selbst überlassenen Menschen ist leicht zu gewinnen. Eine von einer uncigentli- chen Liebe erhitzte Einbildungskraft stellt ihm den Gegenstand seiner Neigung noch einmal so reizend für, als er eS würklich ist. Sein Hertz be- sindet sich m einer beständigen Unruhe und wird nicht eher zufrieden, als WS es endlich daö Ziel feiner Wünsche erreichet hat. In diesen verwirrten Umstanden befand sich der junge Mensch, den diese Sirene an sich ae- locker hatte. Er war in sie verliebt und hatte doch nicht Muth genug,
-£be Sv entdecken. Er befand sich seit der Zeit, da er von ihrem verführerischen Mertz emgenommen worden, in einer Schwermut!), die ibn ßanz abgeschmackt machte. Er stellte isich in seiner Einsirmkeir seinen geliebten


