Ausgabe 
7.3.1769
 
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Unter aßen GeMpfen die wir um uns antreffen, so weit unsre Au­genreichen können, sind keim, deren kunstmäßige Einrichtung und Schönheit -em menschlichen Körper beykommt. Welch eine unendliche Mannigfaltigkeit von Theiken und Gefaßen^LMd wie genau stimmt alles unter sich zusammen! Das kleinste TMlgesi ist nicht UNM, nicht michia: alle- hat ^ehep und seine ihm eigene Geschäfte. Ein jedes Theilgen, so verächtlich und em- -ehrlich eS auch schemen möchte, tragt doch dastseinige zu de,r allgemeinen und grostn Absicht mit bey : eins leistet dem andirn hülfreiche Hand, und erleichtert die allgemeine Bewegung. Mr Hier den Geist einer unendli­chen Weisheit, welche -Ordnung und Absicht Hit enter unübersehlichen Mannigfaltigkeit verbunden hat, nicht erkennck will, der ist des Be- stzzeS eines solchen völlkomnen Körpeks nicht würdig. ' Doch auch die­ses findet sich so gar an den Körpern der Thiere, und m seiner Art auch bey den Pflanzen. Aber wie viele Vorzüge besizt nicht der menschliche Körper? Nicht zu gedenken, W er W SiZ einer vernünftigen Seele ist, und daß derselbeH emgeri.chket.ist, daßMe.shn mit Nuzzen und Vergnü­gen-ewehnen kan, so übertrift derselbe in Absicht seiner äusserlichen Ge­stalt jene eben so weit, als Lilien oder Rosen über das Heer gemeiner Wie­senblumen hervorragen. Welche feine Züge des Gesichts! Welche süße .Freundlichkeit der Minen! Welche ernsthafte majestätische und von dem Vorzug der Seele zeugende Gebärden! Hier ist nichts gräßliches, nichts fürchterliches, wie bey vielen Thieren, anzutreffen , so lange der Mensch in seinem natürlichen Zustand verbleibt, solange nicht heftige Leidenschaf­ten das Gesicht verzerren, oder Unfälle eine Zerrüttung verursachen, und eine bevorstehende Verstörung verkündigen: und die ganze Gestalt des Leibes, wie edet, wie prächtig ist sie nicht: der einzige Umstand, daßder Mensch mit aufgerektem Angesicht emhergeht em Bild , daß er nicht für die Erde sondern zu etwas höherm besiimmkist, giebt seiner Gestalt schon ei­nen entscheidenden Vorzug vor den Thieren.j o'i uisnn/j

Die Natur hak dieses vor der Kunst, voraus, daß sie W dem Stoff " ihrer Werke eine solche geringe und schlechte Materie wählt^daß man sich billig über die Zusammensezzung verwundern muß. Was sind die Theile des menschlichen Körpers, was die Nerven, die Adem, das Fleisch, das Blut? Alles ist schlecht, zerbrechlich, und bey der geringsten Gelegen­heit einer Zerrüttung, Fäulniß, und endlich einer völligen Verwesung un# terworffm Und doch hält dieser aus einem so elenden Zeug bereitete Kör­per so viele Jahre- und dennoch verrichten diese kleine Theilgen, die allein betrachtet