Ausgabe 
7.3.1769
 
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brachtet fast für nichts anzusehen sind, so viele, so grose und für die Fort­dauer, den Nuzzen und das Vergnügen des Körpers so wichtige Geschäfte: und dennoch geben alle diese Dinge, die wenn sie einzeln in der Zergliede­rung, oder auch durch ein Vergröserungsglas betrachtet werden, nicht- weniger als schön und angenehm erscheinen, in ihrer Verknüpfung eine Schönheit,'dergleichen äusser dem menschlichen Körper, in der ganzen un­bekannten Natur nicht zu Inden ist.

Allein eben diese Zerbrechlichkeit zeigt uns ohne weit hergeholte Be­weise , daß unsre ganze Absicht und Bestimmung durch das Leben unser- Körpers nicht erschöpft wird, und daß vor den edler« Theil unsrer selbst, noch andre Zeiten übrig sind, davon uns die Vernunft einige Aussichten eröfnet, ob sie gleich nicht weit genug reichen kan. Verbinde« wir hier­mit dasjenige, was uns die Offenbahrung kund gethan hat, unter welchen die Lehre von der Auferstehung unserS in unendliche Theike aufgelüßten Körpers gewiß eine der tröstlichsten und erquikendesten ist , so werden wir ohne Umschweife eine gewisse Anzahl von Pflichten bemerken, die sich zwar meistens auf die Seele, zum Theil aber auch auf den Körper beziehen, und deren Beobachtung unö in gleichem Grad vor Schwermuth und Gering« schäzzung unserer so kostbaren aber zerbrechlichen Wohnung, als vor Stolz und Hochmuth über die vermeintliche Vorzüge unsers Körpers verwahren wird. /

Ist die geringste Kleinigkeit fähig den Körper zu zerrütten, ein einfi ger Schlag, Hieb, Stich oder Stoß im Stand, den ganzen Bau zu zerreißen, und Wderzustürzen, und eine unmerkliche Unreinigkeit, die sich an emcm zarten Gefäße ansezt, und eine Stokkung verursacht mächtig, ge­nug, den Grund zu einer unheilbaren Krankheit zu legen, so ist es kaum zu begreiffen, mit welcher Unvorsichtigkeit die Menschen mit ihrem eignen Körper umgehn. Insonderheit pflegen junge Leute auf ihre Gesundheit los zu stürmen und öfters die gröste Bemühungen und Beschwerlichkeiten anzuwenden, diese Hütte die ohnehin so leicht zusammenfällt, zu zerstören. Sollte ihre unmäßige Lebensart, ihre Unbesonnenheit, ihre unnöthlge Ver­wegenheit nicht emen jeden unpartheyischen auf den Gedanken bringen, al- wenn diese Leute den wahren Werth ihres Körpers gar nicht kennten: und welches ist unter allen Kenntnissen wohl wichtiger als dasjenige wa6 uns so nah angeht, und wo eine kleine Unvorsichtigkeit schon eine reiche Quelle von Schmerzen und Martern abgeben kan? Sie leben in den Tag hinein, alö wenn ste zehen Lungen und Herzen zuzusezzen, und ein ganzer

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