rmd Nachn'cheest.
hen läßt/ als Verkauf ihrer Person nöchig ist. Alle ansenehmeEm- A • pfindungen Der Seele werden verstärkt, wenn man der Einbildungskraft M noch etwas darzu zu denken übrig laßt: wenn man aber alles sichet, > sieht man oft in der That nichts , oder doch wenigstens dasjenige nicht, W was man sehen wollte. Diese Kleinigkeit ausgenommen, bin ich also mit ? der Tracht der wohlgehaltnen Cloris vollkommen zuftieden. -Ob ich eS auch mit ihrer Seele und mit ihren Gesinnungen bin ? Nun , das gehört Nicht hieher: wie wenig wird sie sich um meinen Bcyfall bekümmern, wenn sie auch allenfalls auf dieser Seite reitzen wollte? Aber muß ich mich nicht ärgern, wen« Climene mit ihrer magern Brust, und mit einer schwartzgel- ben Haut'Figur machen will? Wofür hat man unredliche Arten vonMän- teln , wenn sich Climene nicht damit bedecken soll ? Ihr Gesicht ist noch immer leidlich, ihr Gespräch vernünftig und w.tzig, ihre Manieren einnehmend, und ich bin fast lieber in ihrer Gesillfchastals m irgend einer andern. Aber so oft ich mit ihr rede, schlage ich meine Augen nieder, um mich nicht mit denfelbigen auf ihren abgestorbnen Busen zu verwirren, so sehr sie bey der Cloris diesen Weg, oft wieder meinen Willen, zu nehmen gewöhnt worden. Weil Climene so viele gute Eigenschaften hat, so muß ich sie nothwendig hochschätzen, aber ich werde billig unwillig, daß sie nicht Verstand und Geist genug besitzt, sich über die Tyranney einer Mode, die nicht vor sie geschaffen ist, hinauszusetzen. Doch ich will mich fassen, da ich mich erinnere, daß es gar »wenig Frauenzimmer giebt, die bey dem feinsten Verstand, den sie in allen Arten von Handlungen blicken lassen, nicht einige und oft sehr große Schwachheiten haben sollten, so ost die Sache Putz und Mode betriff
Ueberhaupt bin ich der Meinung, und wer kann besser von Frauenzimmern urtheilen, als Mannspersonen? Daß die häufige Zierrathen womit sich unsre artige Kinder heutiges Tages behängen, den wenigsten Personen anstehen. Eine Person von einer ausserordentlichen Schönheit, und hierauf werden sie doch nicht alle insgesamt Anspruch machen wollen ? Bleibt freylich immer schön, wenn sie sich auch noch so sehr mit einem glanzenden Putz beladet, oder ihr Gesicht in die abscheulichste Dormeuse, die jemals unter Der Sonne gewesen ist , versteckt. Sie ist wie der volle Mond, der alle Sterne um sich her verfinstert, oder wenn er von neidischen Wolken gleich einige Augenblicke verhüllt wird, doch bald wiederum mit einem desto majestätischer« Glanz hervorbrichk. Aber Leute von mittel- MßM Schönheit, untz das Frauenzimmer wird es mir doch vor keine
NnL Unhöflich-


