i*i Gr'efflsche wochetttllch-tzemefnttützlge Anzeigen
aus der Unvolkommenhrit und Thorheit der Menschen selbst entspringen, welche ohne Wahl, ohne Vorsichtigkeit, ohne Künntniß der Gemühter, in der Trunkenheit ihrer Leidenschaften blind ein Band geknüpft haben, das sie nicht zerreissen können. Und das ist eine wohlverdiente Strafe der Thoren, an der die Ehe ganz und gar kein Theil hat. Lieben, die Che schliessen, ohne Absicht wühlen, ohne Hochachtung und Kenntniß darzu schreiten, die Dauer nicht durch Sorgfalt unterstüzzen, und der Ehe den Vorwurf des Ekels machen, heisset sich selbst, und seine Unbesonnenheit anklagen. Wir beklagen uns nicht selten über die Frauenzimmer, und die wiz- zigen Schriftsteller sind voll Satyren wider sie; allcin ich glaube, wenn das andre Geschlecht Bücher schreiben solce, daß es besser, von unsManS- personen schreiben würde. Wir dürfen aber nicht so eitel seyn , daß wir glauben, sie lassen uns dadurch Gerechtigkeit widerfahren: denn dieses würde nicht eine Würkung unserer Lebensart; sondern eine Würkung ihrer Bescheidenheit seyn, darinne sie unstreitig unS ManSpersonen übertreffen.
Um den Ehestand hochzuschüzzen ist es genug, wenn wir sehen, wie zwey Personen mit Zärtlichkeit einander lieben, mit Gegenliebe belohnen, Glük und Unglük gemeinschaftlich tragen, und Kummer und Sorgen mit einander theilen. Dieses allein, da ey durch keinen Stand gewisser und besser erhalten werden kann, muß uns eme Achtung einprügen , und Persohnen, die diese Absicht vergessen,, entweihen die Ehe.
Da die Eke das schüzbarste/ genaueste und würdigste Band ist, so ist die geringste Verlegung desselben, die auserste Ungerechtigkeit. Ja, es ist wunderbar, daß sogar wilde Völker, die mit ihren Sitten am nächsten an die unvernünftigen Thiere granzen, das Band der Ehe für heilig achten. Je mehr Glük und Unglük davon abhanget, desto fürsichtiger müssen wir in unserer Wahl seyn, und um so strafbarer handelt der, der sich ohne Absicht, ohne moralische Kenntniß des wichtigen Standes verbindet, oder durch Aeltern , denen es gut gethan zu seyn scheinet, zur Ehe zwingen last.
Ein Mann, in männlichen Künsten unerfahren, wird sein Ansehen Nicht, oder doch selten, und nicht lange bewahren; und wie kann ihn seine Gattin auf eine dauerhafte Arc ehren , wenn sie keine Verdienste, ja nicht einmal gesunde Vernunft an ihm entdekket, und wenn er ihr weder zu rahten noch zu helfen weis. Wie soll er das Hauswesen regieren , wenn er über sich selbst, über seine eigenen Leidenschaften nicht Herr ist? So ein Mann


