Ausgabe 
29.11.1768
 
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Z86? Gr'effiscbe wöchentlich-- Fcmeknnutzige Anzeigen

- Man kan einem Atheisten keine größere Plage anthün, als wenn man ihn zwinget allein zu seyn. Die Einsamkeit macht, daß er wieder an sich selbst gedenckt, welche verdrüßiiche Gedanken er zuvor durch den Lennen und Vas Getümmel der Gesellschaft Zu entfernen gesucht hatte. Es wäre also sehr gut, wenn man einem jeden von diesen Leuten ein- besonderes Zimmer in einem Tollhause anwiese, bis sie wieder aufvernünftige Gedanken kamen.^

Die Ungeschicklichkeit und üble Aufführung einiger Geistlichen giebt gro­ßen Anlaß zur Ausbreitung der Meisteret) und -Freygeistercy. Man sollte billig grösere Aufmerksamkeit anwenden, um niemand als einen Diener der Religion anzunehmen, welcher nicht in allen Absichten die gröste Ehrerbie- tüng verdiente. Man weiß Nur allzuwohl, wie es gehet, und daß mancher PfakM dem Staare als Soldat oder als Landmann nützliche Dienste würde geleistet haben> welcher jetzo zu nichts dienet, als AergcknWU verursachen.

Wir leben in Zeiten, da man sich mehr als jemahls mit Untersuchung der Natur beschäftiget, und man bemühet sich Vie verborgensten Würkun- gen derselben durch die spitzfündigsten Schlüsse zu erklären. Dieses giebt ebenfalls auch Gelegenheit, daß die Atheisterey je mehr und mehr überhand nimmt. Man vergißt des wahren Gottes, und schreibet alles den Kräften derNatur zu, und man weiß nicht einmal, was man unter Viesen Wor- ttn verstehet. -

: Das alleräkgste aber ist, daß so viele gottlose Schriften ungestraft ge­druckt und verkauft werden. Es sind mir Beyspiele von Leuten bekannt, welche durch Lesung eines Lhomme oder L'homme Machine, in eine solche Verwirrung gm'ethrn, daß man die gröste Mühe anwenden mußte, sie wieder zurechte zu'bringen. Wenn man eine Privatperson in Schriften angreift-- so wird solches öfters nach Beschaffenheit der Sache scharf bestrafet; und Lästerungen wider den Allmächtigen werden als gleich­gültige Dinge angesehen.- . .. r <

Atheisten sind gefährliche Leute in der bürgerlichen Gesellschaft. Man sollte alle diejenige , welche sich dafür- ausgeben, auszurotten suchen , wie man Schlangen und andere giftige Tbicre zu vertilgen trachtet. Diese Thiere vergiften nur den Leib des Menschen, die Atheisten aber suchen ih­ren Gift auch über die Seele desselben auszuschülten.

t -h Mandat kein Mitkekm'yen Atheisten zu verbinden, daß er die Wahrheit saget: Mittel dieselbe in zweifelhaften Fällen herauszubringen,

nämlich deySivschwyr^ ist bey ihm.ohne Kraft. Er glaubet keinen GOtt, wie kann er denn den Eidschwm als etwas verbindliches ansehen?.

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