Ausgabe 
29.11.1768
 
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dig'.zu machen, und wegen einer dauerhaften, grünen Farbe in Hel, auf Kalk und Gyps, wie auch auf Email ost Nachfrage geschehen, und ichbe- reitö vor zehen Jahren, wie meine Zuhörer schon von selbiger Zeil darthun können , dergleichen Farben auösündig gemacht, nachher aber noch mehrere entdeckt habe; so habe ich mich auf vieles Ansuchen endlich bereden lassen, eine ganz kurze Nachricht nur von einer einzigen grünen Farbe-in das 4;ste Stück der Intel!. Bl. einzmücken. Damit mich aber auswärtige nicht für einen Arcamsten halten ( denn hier zu Leipzig werde ich nicht dafür gehal­ten,) so will ich hiermit einige meiner Versuche von grünen Farben mit- rheilen. . . , ,

Meine grünen Farben werden nicht aus Grunpan gemacht, sondern der Grund von selbigen ist der blaue oder^upftrorrnol. Den Chymi- ften ist bekannt, daß das Kupfer von mmeralischen Säuren so wohl MS Wanzensäuren angegriffen und aufgelößt wird, daß aber die Pflanzensäu­ren das brennbare Wesen des Kupfers bey weitem nicht so sehr, wie die mineralischen Säuren zerstören. Die Chvmisten wissen ferner, daß indem Kupfer von Natur eine Erde befindlich ist, welche eine blaue Farbe hat, und die durch eine andere beygemischte Erde grün erscheint, welche sich auch in dem stärckstcn Feuer grün zeigt, die sich aber mehr oder weniger entwi­ckelt, nachdem das brennbare Wesen mehr oder weniger vom Kupfer ge­schieden worden. Wird bas brennbare Wesen nur zum Theil geschieden, wie durch denEßig oder durch jede andere Pflanzensäure geschieht, so kömmt zwar die grüne Farbe des Kupfers zum Vorschein, allein sie ist nicht be­ständig, indem, wenn sie an der Luft steht, das bey ihr befindliche brenn, bare Wesen sich entwickelt, wodurch die Farbe erst dunkel wird , alsdenn aber eme braune und schmuzige Gestalt annimmt. Die mineralischen Sau- / ren hingegen zerstören das brennbare Wesen des Kupfers, welches zu seiner metallischen Gestalt erfordert wird, ganz und gar, und machen die blaue oder grüne Erde deßelben offenbar, wie man aus den Auflösungen mitVl- triol-Salpeter-und Salzsäuren sehen kann. Da es nun gewiß ist , daß bey diesen Auflösungen vornemlich bey denen, welche mit dem Vitriol-und Salpetersäuren gemacht worden, das Kupfer sein brennbares Wesen verloh- ren hat; da es ferner gewiß ist, daß das bey den grünen Kupferfarben noch befindliche brennbare Wesen dieselben mit der Zeit unscheinbar macht, hin­gegen bey den grünen Kupferfarben, welche durch Vas Vitriol-oder Sal­petersäure erhalten worden, kein brennbares Wesen zu finden ist, so folgt, daß, wer eine achte grüne Farbe haben will, sich dieser Auflösungen bedre-