Ausgabe 
27.9.1768
 
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$ Sr'esstsche wochemlrch-AememnsitzlZe Anzeigen

fiel sie in eine Ohnmacht zu des Manneö- Füssen, der in ziemlicher Gleich­gültigkeit und Nachsinnen-dastand , und der Frau kaum Hülfe leistete. Die Kinder fiengen an zu schreyen und beweinten diese Unglückliche. Ich konnte nicht länger ein so rührendes und Mir 'dennoch fast unbegreifliches Schauspiel anfehen, ohne den hinkenden Begleiter zu bitten, mir von die­sem älleM ein Helles Licht zu geben. Ihr seht hier, antwortete der Teufel Asmodi/ eine höchst unglückliche Familie beysammen. Dieses sind Mann, Frarr und ihre beyden Kinder. Die Mutter und die Kinder sind durch die Schuld des Vaters zu ihrem Unglücke gekommen. Die Art, wie er dieselbe um alles Vermögen gebracht hat, ist ganz jouderbar, aber doch uichtso gar selten. Ich habe schon viele unter eurem Geschlechte gekannt, die eben solche Narren, als dieser ist, warn. Lim-tt/ so heißt der, den ihr vor dem Ofen liegen saht- hatte ein groses Vermögen,.als er seine Frau hey-- rathete, und durch das, was sie ihm zubrachte, wurde es beträchtlich vermehrt, so daß Limyn mit seinem Einkommen eine ganze Familie voll- kommen hätte ernähren können. Allein er hat sich einmal in Kopf gesetzt, das Goldpulver zu erfinden ; und in dieser Einbildung hat er sein vieles Geld gröstentheils verlohren. Die -Obrigkeit hat chm in dieser Narrheit öfters Einhalt thun müßen , so we-it ließ ers kommen. Endlich, da er es doch nie ganz unterlassen könnteso lange er nocheiniges Geld unter Hän­den hatte, endlich, sage ich, hat er steh durch sein Laboriren in die äusserste. Armuth gebracht. Es blieb ihm nichts mehr als noch ein sehr kleines Ca­pital übrig, und zwar deswegen, weil er dasselbe Geld niemals in Händen Hatte. Dieses kleine Capital wäre demunerachtet noch hinreichend gewesen, sie, obgleich sehr kümmerlich, davon zu ernähren. Lrmons Frau, die eine vortrefliche Wirthinn ist, setzte noch darauf ihre ganze Hosnung, und glaub­te davon noch mit ihrem Manne und Kindern leben zu können. Sie nahm sich deswegen wohl in Acht, ihrem Manne dieses Geld nicht anzuvcrtrauen. Indessen kam er eben heute, und wandte alles an, um seine Frau zu über­reden , ihm noch den Ueberrest von ihrem Vermögen in die Hände zu ge­ben. Er stellte ihr vor, daß er wohl einsähe, daß auf dieses Geld ihr gan­zes Glück und Unglück ankäme: allein eben deswegen könne sie auch ver­sichert seyn, daß er sie nicht auch um dieses bringen würde. Er wolle nur noch einen einzigen Versuch damit anstellen, der gewiß glücken würde; er Ware völlig überzeugt, daß sie mit diesem wenigen nun auf einmal wieder rmen grosen Schatz erwerben würden. Da sich die Frau aber noch nicht'

wollte