Ausgabe 
26.7.1768
 
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eines rechtschaffenen Autors, «Mich die Glückseligkeit der Menschen vor­letzt; und verdient blos von dieser Seite schon alle Achtung; weil die Ab­sicht wenigstens gut, gros undwohlthatigist. Wenn aber dasselbe Buch auch solche Eigenschaften hat, die die Erreichung seiner Absichten ver­spricht, wenn eS bey der Wahrheit und Wichtigkeit des Inhalts ,' auch das Verdienstdes guten Vortrags besitzt, so gehörtes unter dieClasse der vor­nehmsten Bücher, so wunderbar dieses manchem Schulgelehrten Vorkommen mag. Ein Buch, Vas mich von einereinzigen Pflicht unterrichtet, das mir zu ei­ner einzigen Tugend Liebe erweckt, eine einzige gute Handlung bey mirhervor- brmgt, ist schätzbarer, als eins, das mich die erhabenste Wissenschaft lehrt.

Wir hoffen gewis dem edlem Theile unsrer Leser ein nicht geringes Vergnügen zu verschaffen, wenn wir sie heute mit einem solchen Buche bekannt machen. Es ist dieses eine zu Breßlau unter dem Titel: Etren- nes pour les Dames oder V^eujahrsgescherrke fürs Frauenzimmer / zu Anfänge dieses Jahrs herausgekommene kleine Schrift, welche mehr vernünftiges und gutes enthalt, als manche dicke Bände.

Ob es gleich hauptsächlich für daS schöne Geschlecht geschrieben ist, und ob wir es gleich jedem vernünftigen Frauenzimmer, zu seiner Bildung und Vergnügen bestens empfehlen: so wird es vielen jungen Herrn auch gewiß sehr nützlich und lehrreich seyn. Oder, um es noch galanter zu sa­gen, es wüd das attigsk Present seyn, daS ein junger Herr einem Frau­enzimmer machen kann.

Da uns dasselbe von den wichtigsten Scenen unsers Lebens unter­richtet, und sein Inhalt moralisch ist :] so wird ein ° kurzer Auszug auS demselben in einem Blatte, das eben diese Absicht hat, allerdings eine Stelle verdienen. Manchmal werden wir die eignen Motte des AutorS anführen, und einen Begrif von seiner Schreibart zu geben.

Die Schrift ist in l V. Abschnitte getheilt. Der I. handelt von der Be- Zierde su gefallen/ der H.von der Freundschaft. Der Hl. von der Lie­de / und der IV. von der Ehe.

In demerstenAbschnitte setzt derAutorden Satz fest, daßderMann unddie Frau für einander geschaffen sind; er, um die Frau zu beschützen , und sie,- um dem Manne zu gefallen. Dieß beweißt er aus der Natur, den Eigenschaften' derselben.- Weit entfernt, daß diese Begierde $ti gefallen ein Lasier seye, so ist sie vielmehr die vortreflichste gesellige Tu­gend, wenn sie gut gerichtet wird. Diese Richtung besteht darinne, daß die Frauenzimmer tugendhaften Mannspersonen zu gefallen suchen föl-