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ser und vortreflicher klingen. Endlich lernte man Künste und Wiffenschaf- ten kennen, und es gab Gelehrte besonders poetctt. Es ist eine merkwür­dige -Observation, daß die ersten Schriftsteller Dichter gewesen sind. Al­lein eben aus dem, was ich nun sagen werde, scheint es mir begreiflich zu werden, wie das zugegangen ist. Die Geschichte ihrer Nation aufzuzeich. mn, und sie nicht mehr den diesen Sagen des Pöbelszu überlassen, mu- ste norhwendig das vornehmste Geschäfte der ersten Gelehrten seyn, em Geschäfte, wodurch sie sich noch dazu chre Landsleute am meisten verbind­lich machen könnten. Das thaten sie auch. Worauf berührte aber diese Geschichte? - Auf prächtig zusammengesetzten Fabeln, die durch ihr Al- terthum zu einem heiligen Ansehn gekommen waren. Durste sich der ver- uünftige Mann unterstehn, wenn er auch ihre Unrichtigkeit einsah, dem Lieblingsirrthum eines ganzen Volcks zu widersprechen? - Und vielleicht war er gar selbst (und wie möglich war das nicht:) von der Wahrheit dieser Sachen überzeugt, und von den Schönheiten derselben erhitzt. In dieser Verfassung machte er sich an das Werk; aber anstatt zu erzählen, Hesang er, und aus einem Geschichtschreiber ward ein Poet. Auch war es gar kein Wunder, denn die Erzählungen selbst hatten schon alles, was die poetische Erfindung geben konnte. Er tbat noch mehr, als er sollte, und das Volk gab ihm gern die Erlaubniß dazu. Seine erhitzte Einbildungskraft schuf würdige Vermehrungen und Verschönerungen, und sein Witz gab dem ganzen Werke besondre Töne, wodurch es sich noch mehr empfahl, und anlockender wurde. Daher die Heldengedichte, worin« nur alle diese Fabeln durch das Genie auctorisire wurden, und wel­che der Alten ihre ReligionS und Geschichtsbücher waren.

i Man solle aber denken: da diese Leute immer klüger wurden , und die Wissenschaften immer mehr sich ausbreiteten, da es auch wirklich unter ihnen Freygeister gab, wie Caesar und andre, daß man da nicht anfieng, diese Sachen zu verlachen, und umzustoffcn. Allein es war eine Haupt- staatsmapimk, das Volck bev diesem Glauben von seinem göttlichen Ur­sprünge zu erhalten, und dieses allem war, wie der Herr von Holder« glaubte, der Grund von dem ausserordentlichen HercismuS der Römer. Den grosen des Staats war also daran gelegen / nichts gegen diese vor- Iheilhaste Jrrthümer zrt äuffern, und die Philosophen durften es nicht thun. In ihren MysteriiS mögen sie wohl solche Sachen gelehrt haben, die der gemeinen Religion zuwider waren, aber man weis auch, wie ge­heim dieselben gehalten wurden.

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