Ausgabe 
26.4.1768
 
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Was die erste Regel anbelangt, so bemerket man, daß nicht so dich fältig dargegen alS gegen die andere gehandelt wird: dann leider Heist eg allzuoft, wann es darauf ankomt sie auszuüben, der Wohlstand, mein Rang und wohl gar mein Vergnügen leiden es jetzo nicht anders. * - Daher will ich dann nur die Notwendigkeit dieser andern beweisen.

Wann jemand alle seine jährliche Einkünfte verthut, so setzt er sich allemal in Gefahr an seinem Vermögen abzunehmen und davon gleichsam zu verlieren: dann begegnen ihm ausserordentliche Zufälle, davon die Men­schen selten befreyet bleiben, die ihm Kosten verursachen, und er hat nicht- erspahret, so muß er um diese Kosten zu bestreiten von seinem Vermögeq nothwendiger weise nehmen. Woher kommen doch öfters die. Schulder, und der Ruin so mancher Familien? Sie kommen daher, daß nichts er, wahret worden. Wann aber hingegen jemand von seinen Einkünfte!, jährlich etwas erspahret, so kann er dadurch nicht nur die Kosten, dieihty ausserordentliche Zufälle verursachen, bestreiten, sondern er kann auch, wann er von ausserordentlichen Kosten verursachenden Zufallen verschont bleibt, mit diesem erspahrten etwas gewinnen und sein Vermögen vermehren. E- ist demnach die Beobachtung dieser Regel höchst notwendig, und wer si§ aus den Augen setzet, wo es die Nothdurft nicht erfordert nemlich des Le­bens, der wird wohl niemanden bereden, daß er seine Oeconomie mit Klugheit -führe, daß sie nicht in Gefahr stehe abzunehmen und endlich gantzlich $u verderben, wann er auch gleich die Geschicklichkeit hatte, seine Einkünfte von Jahr zu Jahr zu vermehren. Kurtz ein solcher verdienet eben so wenig den Nahmen eines -Oeconomen, als ein.sogenannter Philosoph, der sich rühmet die Weisheit gefunden zu haben, und doch täglich noch die thö- rigsten Handlungen begeht. . .... & u t

Nachdem ich nun gezeiget wre die Ökonomien m ihrem Hessen durch Anwendung zweyer Hauptregeln, nemlich durch die Vermehrung der Ein­künfte, dann durch die Erspahrung eines gewissen Theils derselben verbeft sert werden, wann man den Anfang an den publiquen Oeconomien im Lande mache; so ist nun noch zu zeigen übrig, wie die Manufacturen untz Fabriauen können vermehrt und das Commercium extendiret werden. y Die Manufacturen und Fabriquen werden können vermehrt, wj- auch das Commercium extendiret werden, wann man das jährlich erspahr- te Geld von den gemeinen Einkünften zu Manufacturen und Fabriqürrr oder Ium Commercio employiret und zwar mit der Vorsicht, daß da- e A z WM