MH Gieflrsche Arrzeigett
Den Zeiten, die er so Ohr lobt, wo die'Leute so aufrichtig und gut gewesen sind, zu diesen Zeiten sage ich, ist er noch ein Kind gewesen ; ein Umstand woraus alles in der Sache ankomt, Denn als ein Kind kam er noch mit niemanden in Verhandlungen und Geschäfte, er konnte also auch hoch^vcm Niemand Hinkergangen und dettoM werden; ;r ktzr^te also auch Noch nrcht sagen, daß sie Betrüger und Boshafte waren. Man erwieß ihm als Kind tausend kleine Gefälligkeiten , er war ganz und gar. dem Schutze linb der Vorsorge seiner Eltern überlassen, und brauchte sich nm nichts.zü bekümmern. Er ginst auch nur rmt Kindern M, die alle noch eben so gut und ehrlich waren als er selbst. Kurz, er konnte damals, vermöge seines Alters die Welk auf keiner andern als guten Seite kennen sie mochte auch noch so schlimm seyn. Er kam damahls noch nicht in diejenige Verbindungen und Verhältnisse, worinne er die Menschen von ihrer schlimmen Seite hatte kennen lernen; und wie er sie nach der Zeit wirklich gefunden hat. Er liebte sie folglich Mch damals, uyd war vollkommen zufrieden mit ihnen, so wie er gegenwärtig über sie klaget, und sie hasset. £at er aber nicht MrMsWenn auch.die Welt itzt schlimm ist und also die Zeiten verderbt find','pm das allMt so gewesen , so ist Das einmal die allgemeine verderbte Naturcher Manschen, und Pie itzigen Zeiten sind nicht schlimmer, als es alle vorhergegüntzene gewesen sind. Die EkfahrungHeweiset dieses binlänglich. Zur Zeit uysrer Kindheit, Da wir die Welt.für so schön hiel- tm, klagten unsre Mker übst d»eHbe'> und beseuszeten, daß sie nicht so gut als wie sie ZürZMWsr Jugend gewesen wäre. Betrug, List Verstellung- Feindschaft,' Mid undviele andre Laster sind von jeher der Charak- tUdes grSsten TheilS per Menschen gewesen, varinn warkeineZeit besser als die andre; und keine Klagen sind einfältiger, als die man über die gegenwär- Me ganz besöndre Verschlimmer^ der Menschen führet.
\r Allein wird em andrer sagen - was'Tugende und Laster anbelangt, da wögen wohl vft Menschen immer ebess dieselben, oder doch nicht sehr verschieden gewesen seyn, und die Welt im ganzen sich nie sehr verändert haben. Hingegen betrübte Zufälle, ausserordentliche Trübfalen und besöndre StraHerichte Gottes haben doch unser gegenwärtiges Zeitalter ausnehmend betroffen, erregen unsre Klagen, und verursachen, daß man unsre itzige Zeiten schlimmer heissey kann, als die vorigen;. Aber- auch dieses läugne jch.r auch hmmne ist. sich dre Welt M allen Zeiten eben so gleich gewesen, als in dem Stücke, wovon wir 'zuvor> gWrocheft'haben. Krieg- Theurung f Seuchen und dergleichen sind Pie Tmbsalen, die unsre Klagen erregen.
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