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und die Juden von beyden unterschieden sind: so werde ich nicht unrecht thun, wenn ich von jedem besonder- handele.
Ich will mit den Türken anfangen, weil sie die zahlreichsten sind. Diejenigen, die e- bestreike» k-nnen, und «S an Tag zu geben wagen, le. den sehr gut, und sind ganz und gar nicht da« enihalkjam« Volk, wofür sie viele ru halten pflegen. So bald sie des MorgendS aufgestanben (ine, so frühstücken sie Eher, Käse, Honig, u. d. gl. zu Mitrage essen sie im Winter um eilfUhr Vormittag-, und im Sommer noch früher.
Zu Abend essen sie frühe, da« ist, um fünf Uhr im Winter, um sechse im Sommer, und fast eben so, wie sie zu Mittage essen. Und da sie im Winter oft einander besuchen, und spät aufbleiben, so haben sie eine (Kollation von Lemresie *, oder andern süssen Gerichten.
Im Sommer besteht ihr Frühstück gewthnlich au« Früchten; und äusser der Mittag, und Abendmahljeit, essen sie auch oft rwischen der Zeit Wassermelonen, Gurken und andre Früchte, wie sie die Jahr-M Webt. ,
Man hat bemerkt, daß sie nicht so regelmasigin ihrer Essenszeit sind, als die Europäer; und ob sie gleich manchmal eben von Tische ausge- sianden sind, so können sie doch der Einladung einer andern Gesellschaft nicht widerstehn, sondern setzen sich nieder, und essen noch einmal mit ihnen.
Das gemeine Volk hat die mancherlei) Gerichte nicht, die wir oben genennt. Brodt, Butter, Reiß und etwas weniges Schöpsenfleisch "Macht ihre hauptsächliche Nahrung im Winter aus; so wie es Reiß, Brodt, Käse, und Früchte im Sommer sind, ^hre tot» Ärmste Mahlzeit «st des Abends, wenn sie von der Verrichtung ihrer ver-- schredenen Geschäfte zu ihren Familien zurückkehren.
Obgleich der Wein und die berauschenden Getränke nur von Rucklo- sen und Freygeistern unter den Türken können gesunken werden, so ist dock die Atizahl derselben grösser, als man dem Anschein nach vermuthen sollte. Da diese Getränke rn ihrer Religion verboten sind, so trinken sie mei-
* VMM iss eine Vermischung von feinem MeylundWasser, fodünne acmaAf bap t'ö durch die Locher eines Gefässes, das sie zu diesem Gebrauche haben* durchlaufen kann, und da sie diesi Gefäß Über eine heisse kupferne Platte bäh wrr h es geschwind gehörret, so dasi . es. wie lauter Fäden ausn^b, Dreß wird mit Bukker und Honig veynengt, und im Ofen gebacken. *


