Ausgabe 
23.8.1768
 
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E <Süffif<be w5cbemlrch - gemeinnützige Anzeigen bräisch. Aber selten findet man einen Griechen/ der ein Wort entwe­der alt oder neu Griechisch verstünde»

Die Einwohner sind überhaupt mittler. Statur, mehr mager, als fett, ohne Unterschied gut gebaut, allein wededtebhaft noch geschäftig» Ditz Leute in der Stadt haben eine schöne Farbe; aber die Landleute, und die- seyigen/ welche sichoft auf dem Felde in der Sonne aufhalten müsscp« sind schwarzbraun. Ihr Haar ist gemeiniglich Wvartz, oder von dunkler Mstanienfarbe; und es ist was sehr seltnes; andre, als schwarze AugeH unter ihnen zu sehen. Beyde Geschlechte sind ziemlich schön, so lange sie jung sind; allein der Bart verstellt gar bald die Mannspersonen; und wie die Frauenzimmer bald reifwerden, so vmvelcken sie auch bald wieder; und sehen durchgängig, wenn sie in die dreyssig kommen, alt aus. Die mei» sien Frauenzimmer werden zwischen vierzehn und achtzehn verheprakhet, und manchmal noch eher. Die süffe Leidenschaft der Liebe kann wenig Antheil. an der Stiftung ihrer Ehen haben, indem sich das junge Paar niemals, als nach verrichteter Ceremonie, einander zu sehen kriegt. E n geschmeidi- ger Leib, wird hier so wenig-bewundert , daß man ihn vielmehr als. eine Häßlichkeit bey dem Frauenzimmer dieses Landes betrachtet, welches sich deswegen alle mögliche Mühe giedt, dick und stark zu werden.

Die Leute von Stande irj Aleppo müssen billig für höfllich und ge­sittet gehalten werden, wenn man ihnen den Vorzug zugestehk, welchen sie, (wie die Mahomedamsihe Religion-diejenigen, die sie bekennen, lehrt,) über alle andre Glaubensgenossen haben. Und da man bemerkt, daß Die» ^^orurtheil bey dem Volke üm desto mehr -ü nimmt, je näher sie bey rNecha sind: so findet man es bey den Einheimischen zu Aleppo in weit stärkerem Ankheile, als bey denen, die aus Lonskantmopel/ Smyrna, oder einem noch entferntem Orte gebürtig sind. Doch auch hier hat es ftlt den letzten Jahren her so sehr abgenommen , daß schon verschiedene Bastas Europäern öffentliche Ehrenbezeugungen und Höflichkeiten Ha­den erweisen lassen, welche vor diesem groseS Misvergnügen unter dem Volke wurden verursacht haben. Was den gemeinen Pöbel betrist, so N Ernsthaftigkeit, mit einiger Verstellung verbunden, nur

allzusehr ihr Hauptcharakter.

Ihr gewöhnliches Brodt ist von fernem Weitzenmehl und nichtguk Kesauerk, daraus werden flache schlechtgebackene Kuchen gemacht, Die man wciftenö gleich ißt, so bald sie aus dem Ofen kommen. Die bessere Gat- rung von Brod ist ein schmaler Leib und gut gebacken. UeberoieseS siebt