Ausgabe 
23.2.1768
 
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61 Messtische wöchentlich i gemeinniitzige Anzeige»

ekwas tadelhafteS daran finden, wenn sich reute noch genauer, als durch das allgemein« Band der Menschlichkeit, verbinden, und wenn sie ihren Mitgliedern vorzügliche Hülfe leisten? Pflegt man dieses nicht bey verschied« nm andern Gesellschaften, insonderheit b-v allen Religionsparthien alS eine Regel anzunehmen, den Glaubensgenossen vor allen anvern gutes zu thun? Wer hak hieraus jemals ein Geheimnis gemacht ? Oder fürchtet man sich etwa die Gesellschaft möchte zu groS werden? Ist sie nicht ohnedem schon nach dieser besondern Absicht zu groS? Oder kann eine solche Gesellschaft wohl zu gros werden? Je mehr Leute hienein treten, jemehr Wohltbäker werden sich finden; denn die hinzukommende werden doch nicht lauter Bett« ler und Müßiggänger seyn? Und nehmen nicht die Freymäurer einen jeden an, der sich den Gesetzen und. Gebräuchen ihrer Gesellschaft unterwerffen will? Würden Sie das wohl thun, wenn sie befürchteten ihre Gesellschaft allzusehr zu verzrössern? Zudem so ist keine gemeinschaftliche Cnsse angelegt, woraus die Wohlthaten bestritten werden: sondern ein jeder «weißt seinem dürftigen Bruder so viel gutes als «kann, oder will: und da dieses im« wer in seinem Belieben steht, so kann es ihm gleich viel gelten, wie groS die Gesellschaft ist. Er kann, wenn er das berühmte Zeichen, das sie ein­ander durch die Finger alS eine Losung geben sollen, niachm sieht, stille schweigen, ohne sich zu erkennen zn geben, daß er auch zu der Gesellschaft gehört, wenn eres etwa nicht vor rathsam findet, freygebig zu seyn. Ha« den also diese Leute weiter keinGeheimnis, warum reden sie denn noch von einem das in der That keins ist? Fragt man sie, warum sic kein Frauenzimmer in ihre Gesellschaft nehmen, so antworten sie, weil diese nicht schweigen können - und folglich fürchten sie sich ihr Geheimnis, das also von demjenigen was sie selbst cf« stnbahr sagen, nstkwendig verschieden seyn muß, möchte bekannt werden. WaS aber die geprießne Wohllhätigkcit noch insonderheit betrifft, so scheinet es mehr Vergeben alS Wahrheit zu seyn. Es sind mir Leute bekannt, die zu dem Or« den gehören, und in der halben Welk herum geirrt sind, wo sie doch Mitqlie« der genug angetroffen haben müssen, und die demohngeachtet beständig elend und dürftig geblieben sind, und von der angeblichen Hülfe, womit sie ein­ander sogar zu Erlangung öffentlicher Aemter beyzustehen vorgeben wenig Vortheile gezogen haben. Es ist also nicht zu glauben, daß diese Wohl« thätigkeit das wesentlichste Gesetz ihres Ordens ist, sondern es müssen äus­ser demselben wenigstens noch andre vorhanden seyn. Und auf was für schwache Gründe ist eine solche Gesellschaft gebaut, die zur Haupkabsicht hat, sich ihrer Mitglieder aus allen Kräften anzunehmen? Müssen nicht die

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