Z74 Greflrsche w-chmtlich -- gemeinttützrge'Attzeigefr des menschlichen Lebens allen andern vorziehen zu müssen glaubte. So oft ich auch schon vorher diese unaussprechlich schöne Betrachtungen gelesen hat- te; so hatten sie doch dießmal eine ganz besonbre Wirkung auf mein Her; und es fehlte nicht viel, so hätte ich, wie Erasmus beym Socrates, ausgerufen: Heiliger Getteca / bitte für uns. Das aber that ich Loch: ich suchte vorne im Buche sein Bildniß auf, und küßte es, so wenig es auch an und vor sich zum Küssen reizt, beynahe mit eben dem Entzücken , womit ich sonst meine Frau allein zu küssen gewohnt bin. '
Ich weis nicht, ob seine Lehren auf mich allein einen so tiefen Eindruck machen, oder ob sie es auch auf andere thun... Ich kann es mir beynahe nicht vorstellen, daß sie ein Mensch ohn< alle Rührung und ohne den festen Entschluß sich zu beffirn und die wenigen Tagen feines Lebens wok anzuwenden, sollte lesen können.: Mich wenigstens hat dieser grosse Philosoph gegen, alleu Müssiggang so aufgebracht, daß ich nunmehrs eben so ängstlich bekümmert bin, wi^ichMn Miner, kurzen.Lebenszeit einen recht vernünftigen und nützlich erkMlwauch machen möge, als es mir ehedem sehr gleichgMMwar, wie ich MM Tage tzinbrachte. 'Ich kann Sie versichern, Meine Herrn, daß ich, seitdem ich mit diesem lehrreichen Schrift- fieller in eine fo genaue.Bekanmschaft gerathen bin, wenige Stunden iin*-? benutzt habe hinflieffen lassen^ Er,hat mich gelehrt, daß ich nur M Gebrauche mein< Aeie alWM'W feyn, sollte,.und däss,MckmMeHben lange genug sey, wM'cÜ nur güt eingerichtet' wüM. ' uäd seitdem ich dieses durch seinen Unterricht habe einsehen teryen , seitdem erfülle ich alle meine Pflichten mit Vergnügen, seitdem ist mein Leben eine beständige Arbeit, seitdem wird mir W Stunde M Marterdie ich m einer unnützen Gesellschaft zubrrngen muß. '
Wer kann eS einem aber yuch übel nehmen / wenn man aufs geizigste mit seinem Leben hauszuhalkiß lucht? Es warmem so viel von seiner Zeit gestohlen, daß es würcklich die größte Thorheit feyn würde , wenn man sich nichtÄü-Mühe von der Welt gäbe, sich wegen dieses Diebstahls schadlos zu halkeu.< Eß vMeht. fast keine Stunde, wo man nicht bald durch diese, bakDdmWn^e DiW.abMkalrMwjrd^ Wen Geschäften . und Pflichten nachMbM... Ba!^ yWäW Mv'ein schlechterMüschund entzieht'Ms durch em unnützes Geschwätz Aett Theil des Tages.' Bald wird mam zu. einem tzaffmahle eingeläden und gezwungen, ein halbes du- tzend Stunden zu verfressen und zu versaufen. Bald zanks,riWi die.Frau difHhrm'vD undMcht einen dadurch 4» llllen Verrichtungen unfähig.
Bald


