nrrd Nachrichten. $7
Aberglaubens jener alten Zeiten der Barbarch der Wissenschaften auf unsere Zeiten fortgeleitet worden sind. Indessen scheinet es doch, daß sich einige dieser Regeln aus natürlichen Ursachen erklären lassen. Daß die Pfropfreiser von der Mittagsfeite des Baumes genommen werden sollen, scheinet darinne seinen Grund zu haben, weil zu vermuthen, daß das Hotz daselbst recht reif ist: allein bey fteystehendrn Obstbaumen, welche tue Lust und Sonne allenthalben durchstreichen und bescheinen kann, hat man von per mehrern oder wenigem Reife des Holzes an dieser oder jener Seite deS Baumes nichts, das besonders vortheilhafter oder nachtheiliger wäre, zu erwarten, und man muß öfters zufrieden ftyn, wenn nur gute Reiser vorhanden sind, sie mögen gegen Mittag oder Mitternacht stehen. Daß man sie nicht gleich pfropfen solle, wenn sie gebrochen sind, scheinet daher -u rühren, weil die bequemste Zeit, sie zu sammken, zu Ausgange des Februars und Anfänge des Merzes ist. Da ist es nun zum Pfropfen noch viel zu kalt, folglich müssen sie freylich eine Zeitlang in der Erde verwahret werden. Ich weis, daß genug Reiser auch zu anderer Zeit sind abgebrochen, und sogleich gepstopfet worden, die alle glücklich fortgekommen sind. Doch halte ich die obgedachte Zeit, sie zu brechen, und bis zurrechten Pfropfzeit frisch aufzubehalten, für die zuträglichste. Herr Hagedorn sagt in seinem Haushalter Seite 150. er habe Pfropfreiser zu der Zeit abgebrochen, da die Augen schon anfgebrochen gewesen. Diese aufgebrochene Augen habe er alle mit einem Messer ausgeschnitten, und sodann die Reiste i Tage (vermuthlich an einem schattichten Orte,) liegen lassen, damit der Saft in selbigen sich in etwas verringert, alsdenn habe er sie aufgesetzt, und sie wären alle nach 14 Tagen gewachsen, und hätten neue Augen getrieben. Er hat vollkommen recht. Wenn jemand das Brechen der Pfropfreiser versäumet hat, kann er sich dieses Mittels sicher bedienen. Daß man von jungen Bäumen , die noch nicht getragen haben, keine Pfropfreiser nehmen solle, könnte man entschuldigen, wenn hinzugesetzet wäre, weil man nicht wissen könne, was für Gattungen von Obste, gute oder schlechte, es seyn möchten. Wer wird aber auch so blindlings, bey Vermehrung der Obstbäume durchs Pfropfen handeln? und dann ist die vorgeschriebene Regel ganz unrichtig. Ein Baum mag getragen habe» oder nicht; wenn man nur gewis weis, daß es eine gute tragbare Art ist; so kann man getrost Reifer von Bäumen, die nicht getragen haben, nehmen und pfropfen; sie werden deswegen nicht untragbar werden, weil der Baum, pon dem sie genommen sind, noch feine Früchte getragen hat.
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