r-L Sieffrsthe wöchentliche semelttnützige Anzeigen
digst, er möchte ihn nicht verlassen, biß sie wieder zurück nach Babyton gekommen waren. Ich ersuche euch, selbst um diese Gefälligkeit, sagte Der Alte; schwöret mir, daß ihr euch binnen etlichen Tagen nicht von mir trennen wollt, ich mag thun, was ich will- Sadrg schwur, und sie reihten mit einander fort.
Die beyden Reisenden kamen den Abend auf einem prächtigen Schlosse an. Der Einsiedler bat um Bewirthung für ihn unü Den jungen Menschen, der ihn begleitete. Der Thürhüter, den man für einen gros- ftn Herrn hatte ansehn könven, führte sie mit einer Art von verachtender Gütigkeit ein. Man brachte sie zu einem der vornehmsten Bedienten, der ihnen die prächtigen Zimmer seines Herrn zeigte. Sie wurden ganz unten an die Tafel gesetzt, ohne daß sie der Herr des Schlosses nur mit einem Blick beehrt hätte; sie wurden aber, wie die anDern, niedlich und verschwenderisch tractirt. Hierauf mußten sie sich in einem goldnen Becken waschen, das mit Schmaragden und Rubinen besetzt war. Man führte sie in ein schönes Schlafzimmer, und den andern Morgen frühe brachte ein Bedienter jedem ein Stück Gold, und alödann wurden sie beurlaubet.
Der Herr des Hauses, sagte Zadig unter Weges, scheint mir ein grosmüthiger, obgleich etwas stolzer Mann zu seyn. Er übt die Gastfreundschaft auf eine sehr edle Art aus; indem er dieses sagte, wurde er einer Art von weiter Tasche gewahr, welche Der Einsiedler trug, und die sehr ange- spanntuNd aufgeschwollenwahr; ersähe dasgoldneund mitEdelgesteinenbesetzte Becken dämme, welches jener gestohlen hatte. Er getraute sich nichtgleich etwas davon merken zu lassen; allein er war äusserst bestürzt Darüber.
Gegen Mittag gieng der Einsiedler nach Der Thüre eines sehr kleinen Hauses, worin ein reicher GeitzhalS wohnte; er bat um Bewirthung für -einige Stunden. Ein alter schlecht gekleideter Bediente empfieng ihn mit einem harten Ton, und ließ den Einsiedler und Fadig in den Stall gehen, wo man ihnen einige faule Oliven, schlechtes Brodt und saures Bier gab. Der Einsiedler aß und trank mit einer eben so vergnügten Mine, als den Tag zuvor. Hierauf wandte er sich zu den alten Bedienten, der sie alle beyde beobachtete, ob sie nichts stehlen möchten, und der sie beständig nöthigte, wieder fortzureisen; er gab ihm die zwey Goldstücke, welche er den Morgen erhalten, und dankte ihm wegen seiner Aufmerksamkeit. Ich bitte euch, fügte er hinzu, läßt mich mit eurem Herrn sprechen. Der erstaunte Bediente führte die beyden Reisenden hinein. Grosmüthiger Herr, sagte


