Ausgabe 
19.4.1768
 
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mrd Nachrichten. u?

. taufen kaffen, und den Satzling em wenig rüttekn muß, damit 'sich die Er­de ansetzek, wornach man die Erde oben feste tritt oder stampfet. Nun muß jeder Satzling gleich mit Dornen, in einer Länge von 2 Ellen, ver­bunden werden, denn sonst reibet sich das Vieh daran, nnd macht sie wurzellos. Um den Stamm herum muß man eine Vertiefung lassen, da­mit das Regenwaffer sich desto besser einziehen könne. Es ist sehr gefehlt, wenn, wie viele thun, Erde um den Stamm angehäufet wird; denn die­ses verhindert, daß sich das Wasser mcht so gut einziehen kann. Wenn sie nun gesetzet sind; so hat man noch folgendes zu beobachten: erstlich muß man etwa im April oder May die ausgeschlagenen Knospen von unten auf bis oben, etwa eine Elte hoch, abstreifen , damit sich der Saft nicht ver- 'kheile, und mehr in die Krone gehe. Hiernachst muß man sie auch begies- sen. Hier wird mancher sagen, wer wird sich doch die Mühe geben, und die Weiden begiessen? Allein, wer Nutzen haben will, muß sich keine Mühe verdriessen lassen. Dieses Begiessen muß zu Anfänge, so bald man stehet, daß trockenes Wetter im May oder Junius emfällt, vorgenom­men werden. Die Sache ist so schwer nicht, und man kann in einem hal­ben Tage viel begiessen. Da der Nutzen hiervon in die Augen leuchtet, ldarf ich ihn nicht anführen. Es wird doch besser seyn , etliche Groschen chafür auszugeben, als etliche Schock Satzweiden dem Verderben blos zu stellen. Dieses Begiessen muß aber freylich nicht obenhin geschehen, sondern so, daß das Wasser bis zur Wurzel eindringen kaum Wie hätten wir hiesiges -Orrs bey Anlegung verschiedener Baumttihen von Wallnüs- fen, von Rüstern und^andern Bäumen zu rechte kommen wollen , wenn wir die rechte Zeit des Begiessens nicht in acht genommen hatten? da hier so gar das Wasser mit Pferden herbey gefahren werden muß. Ueberhaupt rakhe ich einem jeden, der Bäume setzet, selbige um gemeldete Zeit tüchtig zu begiessen, damit das Wasser zur Wurzel dringen, und nicht ablaufen möge. Wenn dem neu gesetzten Baume die nöthige Feuchtigkeit fehlet, die hm die wenigen Wurzeln zuführen sollen: so muß er nothwendig ver­dorren. Wenn die Satzweiden so behandelt werden , wie ich es vorge- schrieben habe; so wird gewis keine zurück bleiben. Es ist aber noch fol- ' gendes hrerbey zu bemerken; nämlich, daß man in dem darauf folgenden Frühjahre, etwa im März, allen jungen Wuchs beschneidet, und nur ei­nen halben Zoll lang davon stehen lasset. Wenn man dieses thut, wird

' man seben, daß sie noch einmal so starke Trrebe machen werden, als wenn die vorige schwache Reiser wären stehen geblieben. Denn wir sind dock die & 5 wem-