Ausgabe 
16.8.1768
 
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irnh Nachrichten '

Da wir unsre Leser laiiße nicht mit üconomischen Sachen - ua« ttthalten haben, (b legen wir ihnen hier eine Abhandlung aus den Braunschwey gischen Gelehrten Beyträgen, dem i-ren Stücke, vor, und zweifeln nichtz daß sie viele mit Vergnügen lesen werden.

Xtom ökonomischen Brodte.

Brodt ist uns Europäern das allerunentbehrlichste Nahrungsmittel. Dem Armen muß es sehr oft statt aller andern Gerichte dienen, und der Reiche nimmt seine Zuflucht dazu, wenn er der Leckerbissen aus fast Mn Naturreichen überdrüßig geworden ist, oder auch dreie Leckerbissen Yarmzt zu begleiten und ihren Geschmack dadurch noch mehr zu erhöhen sucht. Verschiedne Nationen sind indeß in per Wahl ihres Brodtes viel zu ein­seitig und eingelenkig; der Engländer und Franzose muß sein Waizendrod haben, und sobald also der Warzen nicht geräth, so ist Mangel und Theurung da. Der Deutsche hat hierin eine bessere Erziehung gehabt. Er nimmt zwar auch ein gutes Waizendrod vorlieb , Brod aber vom Rocken ist ihm das gewöhnlichste und angenehmste, und das schwärzeste unter dem Rockenbrodte, nemlich der Westphälische Pompernickel wird mit vielen Frachtkosten verschrieben, und hat öfters die Ehre, auf die al« lervornehmsten Tafeln gesetzt, und dem schönsten Confekt und Zuckerwer­ke vorgezogen zu werden. UeberdieseS muß man den Deutschen zum Ruhm nachsagen, daß sie auch in Ermangelung des RockenbrodteS nicht verlege» sind, und wenigstens ihr Rockenmehl durch Gersten-Hafer-und Erbsew- mchl im Fall Der Noch sehr klüglich zu verlängern- wissen. Ich will itzy noch ein neues Mittel hiezu an die Hand geben, welches der Herr Che­valier Mustel in einem eignen Traktate bekannt gemacht hat. Er schlägt hiezu die Kartoffeln vor; ein Produkts welches itzo auch in unfern Gegen, den so häufig und mit so vielem Vortheil gebaut wird. Vielen Lesern, die zwar viel Kartoffeln essen, aber sich nicht um- ihre eigentliche Beschaf­fenheit, und wie sie zu unS gekommen, bekümmert haben, wollen wir ei- Ntges und andre aus dem Werke des -Herrn Chevalier hiervon mittheilen.

Viele Landleute, die sich durch das äusserliche Ansehen verfuhren lassen, glauben, daß es sehr viel Varietäten von Erdäpfeln gebe; eS sind aber eigentlich nur drey vepschiedusAttm,. die Patate , der ErdapfetrodU die Kartoffel, und der Tobinambourz oder die Erdbirtte.- Die PAate iss (in convoivulus Der von Reisenden beschrieben worden.; unD nur untet dem heissen Himmelsstriche wächst. Die zweytt Att, nemlich die Kar- . $ tt. toffel,