Ausgabe 
16.2.1768
 
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f® Mestsche wochmtlich- gemeittttZtzige Anzetzen

Nicht unbegreißich Vorkommen, daß sich die deutsche pariser Welt über ihre unmodische Aufführung lustig macht. Man hat erfahren, daß Sie im Sommer schon des Morgens um fünf Uhr aufstehen und zu studieren anfangen, und daß sie sich im Winter nicht eher als um Mitternacht zu Wette legen. Sie sollten nur einmal hören, wie sehr man Sie darüber auslacht. Köpfe, die am besten frisittsind und Leute von der neuesten Mode, befürchten so gar, sie möchten sich noch öberstudrren. Die Nachmittagsstunden, die andre Leute von Ihrem Stande mit Spielen und mit Aufwartung bey galanten Damen hinbringen, wenden Sie bloö zum Bücherlesen, zu Visiten bey gesetzten und uneitlen Frauenzimmern oder zum vertrauten Umgänge mit Ihren Freunden und manchmal so gar mit Freunden von niedrigem Herkommen, an. Ich will Sie selbst urthei- len lassen, ob das nicht schnurstracks wider die Mode ist. Wo haben Sie jemals einen jungen Herrn aus einer so alten Familie, wie die Ihrige ist, Lesehen, der sich auf eine so bürgerliche Art mit den Studien ab­gegeben hätte, gerade, als wenn Sie gelehrt seyn müßten, um ein groser Mann in der Welt zu werden und in derselben eine beyfallswürdige ME Zu spielen - Wie? M Sie machen sich noch das Studieren zu ei­ner Art von Vergnügen, Sie sehen das beständige Müßiggehen, daS tägliche Spielen, und jeden unnützen Zeitvertreib mit Kleinigkeiten nnd Tandeleyen noch immer für eine unerträgliche Arbeit an? O! das ist nun vollends ganz unerhört.' Nein, das hätte ich nimmermehr gedacht, daß Sie auch jetzt noch, da sich die Mode so sehr verändert hat, die Erler- rwngder Wissenschaften für unentbehrlich zu Ihrer wahren Glückseeliakeit vnd Ihrer höheren Bestimmung halten würden. Konnten Sie dann nicht ohne dieselbe eben so glücklich für ihre Person und eben so nützlich für ren Nächsten und eben so brauchbar für ihren Landesherrn werden?

dann gerade nöthig, daß man sein Herz mit edlen Gesinnungen schmücken, und seinen Verstand mit mannigfaltigen nützlichen Erkenntnissen bereichern -muß, wenn man allenthalben gutes stiften und ein treuer und rechtschainer Bürger im Staate seyn will? Die Mode zählt dieses unter die büraerti- Oen Voruttheile, und Sre, Sie können sich nicht einmal überwinden, sich über dieses Vorurtherl hinauszusetzen? Wenn Sie noch Romanen Wu Ar und Ihre Zeit allenfalls über Liebesgeschichten zu brächten; dann wür­de Sre jedermann für emen belebten und artigen Menschen, für einen Men- fthenvon Belesenheit und der besten Erziehung paßiren lassen. Aber so ke­im Sieblos Schuften, dlezur Erweitere Ihm Einsichten, zur Bit- ??vv ' ' - z düng