Miefstsche
wöchentlich-
gemtlmDge WW Mö Nachrichten
Siebentes Stiiek.
Dienstags 6en Uten Februar. 176g;
Mit Hochfürstl. Hessen- Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.
Schreiben an einen jungen Herrn von Stande, in M. der sich nicht nach der neuesten Mode richten will.
Mein liebmswSrdtzer Zreund!
(AAüg ich Ihnen sagen, was man hier von Ihnen spricht? Man bemb het sich, Ihre Ehre anzugreifen, und zwar auf einer Seite, wo man sich einbildet, Sie am empfindlichsten zu beleidigen. Mao sagt, Sie wären ein ordentlicher Sonderling, Sie wären ein Mensch, der sich in keinem Stücke nach der neuesten Mode richten wollte. Ist er denn wahr, daß Sie immer noch so denken, immer noch so leben, als Sie vor zehn Jahren dachten und lebten? Sie sollten doch wissen daß sich ftic dieser Zeit die Mode sehr verändert hat. Damals war es noch keine gross Schande, als jetzo, auf gut deutsch zu leben. Damals glaubten noch viele, daß der Fleiß und die Rechtschaffenheit unter die Sitten und Vorrechte der Deutschen gehörte. Jetzo gilt diese deutsche Lebensart aüenfals nue noch unter dem Pöbel. Leute von Stande haben sich schon lange darüber hinausgesetzt, und haben es als die vernünftigste Meinung angenommen, daß man nach französischem Fuße, so wie es gegenwärtig in Paris die neueste Mode ist, denke», reden und handeln mW. CS kann Ihnen also gar
G Nicht


