Ausgabe 
14.6.1768
 
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zu gekegner Zeit davon zu kaufen. Aber ich wiü ihnen mehr Redlichkeit zu trauen. Demohngeachret ist es doch ungewiß, ob diese Leute, die fremd sind, die Landesart hinlänglich verstehen. Nicht alles was man in Engel- land, Franckreich, oder den Preußischen Landen gesehen hat, ist in einem andern Staat, zumahl wenn sein Umfang nicht gar gros ist, thunlich und rathsam. Drittens muß man auf einen hinlänglichen Abgang oder Debit bedacht seyn, und auch hier kommt die Größe und Lage des Landes in Be­trachtung. Es ist billig, daß die Waaren, die im Lande verfertiget wer­den, auch zuerst darinnen verbraucht werden, und nur der Ueberschuß aus­geführt werde. Aber alsdenn müssen dieselbige den Unrerthanen in der ge­hörigen Güte, und wo möglich etwas wohlfeiler geliefert werden können, als diejenige die sie sonst auswärts hergeholt haben. Fehlt eins von diesen deyden Stücken, so ist es unbillig, daß man das Land zum Vortheil eini­ger weniger Fabrikanten nöthiget, ihnen ihre Waaren abzunehmen und sie reich zu machen- Auch hierzu gehören Niederlagen, und andre Anstalten, damit man die Sachen an allen «Orten, wenigstens Städten des Landes haben kann. Wenn die Leute weit darnach reisen sollen, so gehn sie ost lieber in einen auswärtigen Ort, der ihnen näher gelegen ist, als die Fa­brik. Hat dieses einmal seine Richtigkeit, (o muß man freylich keine frem­de Waaren von der Art mehr ins Land lassen, wodurch viel Geld im Land zurückbleibt. Aber man muß auch Waaren ausführen können, um Geld in das Land zu ziehen, und hierzu sind keine bessere Mittel, als daß die Sachen in vorzüglicher Güte, und um einen geringem Preiß geliefert werden: wobey denn wieder viel auf die Lage ankommt, indem der Trans­port auf einem Schifreichen Fluß zum Exempel nicht den zehndten Theil so viel kostet, als auf der Achse. Endlich muß man sich nicht in den Kopf setzen, alles selbst im Lande verfertigen zu wollen. Bey den meisten deut­schen Staaten würde man sich lächerlich machen, wenn man alle Einfuhr fremder Waaren verbieten wollte. Man muß die Produtte eines Landes wohl zu benutzen suchen, um mit den eignen Schätzen des Landes dasje- nige, was man auswärts herholen muß, zu bestreiten, wenn auch allen* fals beyde Stücke einander aufhüben. Denn es ist schon an bieten Orten Profit genug, wenn nicht mehr so viel Geld hinausgeht, atS ehemals, wenn man auch gleich nicht alles darinnen behalten kann.

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