»8 Giess:sche wöchentlich - gemeinnützige Anzeigen
Unter dem Frauenzimmer ist es emeArt von allgemeinem Grundsätze, daß „ em gebesserter und bekehrter Ausschweifende der beste Ehemann wird;,, ein Grundsatz den sie wahrscheinlicherweise aus den Comedien und den Romanen hergchott haben, in welchen ein solcher Ehemann gemeiniglich die Belohnung der weiblichen Verdienste ist. Allein der Glaube, den man an diesen Grundsatz hat, ist ein unumstößlicher Beweis, daß die Frauenzimmer mit dem wahren Charakter eines Ausjcyweifeirdett ganz und gar nicht bekannt sind. „ Sie haben, in der That, von er» „ nem tollen iungen Herrn reden gehört, -der um. die Stadt herum zu „ schwärmen pflegt, und in einem Wirthshause in der Vorstadt, seine „ beständige Wohnung genommen hat; der vielen Mädchens artige Sa- „ chen erzählt hak, welche thöricht genug waren , ihm zu glauben; der n aus viele Kinder, die ihn nicht Vater nennen, ein Recht hat: daß er „ bey einigen von diesen Lustbarkeiten nicht daran gedachte, sich Schaden „ zufügen zu können, und für andere hinlänglich gelitten hat..,, Man soll auch diesem Schwärmer Glauben bcymessen, und es soll wahr seyn was er sagt: so sind dieses Worte, die einen erschrecklichen Verstand haben, und allezeit auf dieseArt ausgelegt werden nnstfin.
„ Um die Stadt herum schwärmen, und in einem Wirthshause in „ der Vorstadt feine beständige Wohnung Nehmen, heißt,- mit den nie# j, derträchkrgsten und den allerehrvergessensten unter den menschlichen Crea# „ kuren sich in Gesellschaft begeben; dieß heißt zugleich , mit Gottesläste# „ rung und Unzucht vertraut werden, und sehr oft mit dem bedaurungs- ,/ würdigsten Elende seinen Sckerz treiben; jungen leichtgläubigen Mädchens n artige Sachen vorsagen , heißt, d-e Einfalt der Unschuld durch Verstellung II und Falschheit Hinkergehn; der Vater von einem Geschlechte fern, das ii meinen Namen nicht führt, heißt, diejenigen verlassen, deren Thronen „ allein den Schutzanffehen können, auf welchen sie denstärksten undzärt- H lichsten Anspruch haben; es heißt-noch mehr, als ein Mensch ohne Lie-' „ be und Zärtlichkeit seyn, es heißt, ein Thier ohne Instinkt seyn. Nicht ii daran denken , sich bey einigen dieser Lustbarkeiten Schaden zu fügen zu „ können, heißt, alle Empfindung von dem Unterschiede zwischen Recht „ und Unrecht abgelegt haben. Und für andere gelitten haben, heißt, „ emen von Krankheikenwerdorbenen Körper haben, die in einigem Grade n gewis auf die Zukunft forkerben werden.,,
. Es ist zu hossn, daß die blose Darstellung dieses Gemähldes hin# rerchend seyn wrrb, dir FMenzinrnier abzuschrecken, daß sie es nicht für Glückselig-


