Ausgabe 
12.1.1768
 
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i»»selbst wurde gar nichts wider dich Muthmaffung einzuwenden habe«, denn er hat gegen em solches allerliebstes Thier fast eben di« zärtliche Liebe, x d>e er kaum fier seine leibliche Mutter haben tarn; allein ich weiß , daß pb-la» ouSLyongebürtigist, und daß sein Vater ein Kaufmann daselbst war. Schon als! ein Kmd von fünf Jahren sollen Vogel und Hunde sein liebstes Spielwerck gewesen seyn. Da bey reiserm Alter auch sein Geschmack i'oli, der wurde, so waren diese kleinen Geschöpfe nicht mehr unterhaltend genug für ihn. Aber Hirsche und R-he - da» war nun seine Sache! Er hat deren so vie, le jusammengebracht, daß aus seinem Garten ein ziemlich wildreicher Wald geworden ist. Nächstens wird er eine Parforcejagd in seinem Hause anstel« len, wenn ihm nicht noch vaS königliche Forst - Amt diese kleine Lust verder. b?n sollte. ; 4

^ Lrispme ist durch ein unvermuthekeS Glück die Besitzerin einer halben Million worden. (Sie war vor ihrer Verwandlung die glücklichste Per­son- nun will sie die vornehme Frau vorstellen, thut sich die äusserste Ge­walt an, ihre Lieblmgsneigungen zu verläugnen, und wird die unglücklich­ste. Niemand hatte vorher eine beffre Gesundheit, als sie; und nun ist sie beständig stech, und alle Bäder wollen nichts helfen. Im höchsten Som­mer ist ste m Pelze cmgchüllk, weil sie die Lust nicht vertragen kann. Ob s" gleich im Grunde fnschund gesund ist, so erkundigt sich alle Tage der Doctor nach ihrem WoWyn, und sie nimmt alle Tage Arznen. Sie hat keine solche grobe Bauern-Natur, wie andre Menschen, weil es her-Bim- »el einmal fe verhängt hat, daß sich die vornehme Welt immer nichtrecht wohl bistnden soll. Wenn ich ihr ij. Gulden schuldig wäre, so sollte mir gap nicht hange seyn, zwey davon zu erhalten. Ich weiß, daß sie mirniche mehr, als drey Ducaken abfordern würde; weil sie sich nicht überwinden

mehr, als drey Ducaken abfochern würde; weil de'stch'nicht Ebenmndm kann, nach Silbermunzen zu rechnen. Seit sechs Jahren bat sie keinen Fuß in die Kirche gesetzt , Freylich muste sie schon Manche Gewissensangst deswegen auSstehn. Allein wie könnte st« länger die vornehme Frau bk , de.", wenn |ie das thun wollte? Wie soll ste sich helfen, die arme Crif# Pine- Ich will es ihnen sage» , Madame. Wollen sie eine noch werk zrösere-Seltenlieit unter ihrem Geschlechte vor stellen: so werden sie «ine vernünftige Frau!

Lucil ist ein lebendiges Wetterglas. Alle Veränderungen der Lüft melden sich gehörig beyihm an, eh« sie kommen wollen. Er begegnet nur desMorgens ftühe. Ich mag ihn nicht fragen, wie er geschlafen hak, weilich Nicht'.Zeit We, Oie weikläuftege. Erzählung von Ollen Krankheit

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