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und so wird oft dasjenige, was des Morgens mit Vergnügen und Leich- tigkeit hatte gethan werden können, zu einer Zen des Tages, wo die Hitze- der Lärm und die Zerstreuung schon Überhand genommen , mit Miß- Mgnügen und Unbequemlichkeit verrichtet.
Man mag sich nun für eine Meynung erklären, für welche man will, man mag das Nachtsitzen, oder das Fiübaufstehn, das frühe oder spater essen für besser, bequemer, und zu Ausrichtung der Geschäfte vortheilhas- ter halten: so wäre doch dieses zu wünschen, daß in einer Stadt, wenigstens unter den angesehnen Ständen und Klassen der Emwohnrr, durchgängig einftley Mode herrschte. In Hamburg oder andern großen Han- dersssadken'^ wo die Kaufleute die größte Anzahl ausmachen, richtet sich fast Dermgnn, der auch kein Kaufmann ist, nach der Börsezeit, und dem hekgebrächten späten Mittagsessen, und jedermann kann also keine Arbeiten des Vormittags darnach einrichten und eintheilen. An andern -Orten her- gegöä.herrscht ost hierinn eine Ungleichheit, die ausserordentlich viel Unbe- guemiichkeiten mit sich führt. Der Handwerksmann ißt schon zu Mittags ym d Uhr, und kommt, wenn sich um -2 oder i Uhr der Kausniann zu Tische gesetzt, und stört ihn in seiner Mahlzeit. Der Hofmann, oder andre Vornehme, die erst um z, 4 Uhr zur Tafel gehn, rechnen dieTifch- jett deS Kaufmanns noch zum Vormittage, und treffen ihn also natürlicherweise noch um diese Zeit bey seinem Mittagstisch an; und wenn endlich der Kaufmann oder Leute von andern ähnlichen Ständen einen Vornehmern zu sprechen haben , so finden sie ihn noch um vier, fünf Uhr, da man schon wieder an seinen Abendtisch gedacht hat, noch bey der Tafel, und müsseMin seinem Vorzimmer warten. Alle diese Beschwerlichkeiten, die einer von dem andern wider Willen zu ertragen hat, würben wegfallen, wenn eine durchgängige Ordnung hierinn eingeführt würde. Im Grunde könnte man sich sreylich, wenn man jemand zu sprechen oder zu besuchen hätte, nach der Gewohnheit richten, die unter Leuten von seinem Standhergebracht ist; ich kann nach dem Hofmanne gehn , wenn ich schon zu Mittage gegessen habe, und lasse ihn immer noch seinen Thee oder Kaffee wegtrinken; aber das schlimmste ist, daß man so wie in Kleidern, also auch in der Zeit zu essen, sehr ost Die vornehmste Weise affekkirt, ohne daß man solches nüthig hätte. So kenne ich Leute die ohne fernere Veranlassung, blos um vornehmer zu scheinen, au^.einmManficngen spät zu essen, di- ich sonst des Morgens.um n Uhr bey Tische gesunden hatte,,und ich bin nicht sicher, ob ich nicht morgen meinen Schufte, «der Schneider um r --flw «« ‘ ' Uhr


