Ausgabe 
8.11.1768
 
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firn und bewohntesten Theil der Stadt, und fand alles zu, Äusser ein paar kleine Vounken, in welchen Brandweissgeschenkt wurde. Er könnte itzo noch viele Stunden später kommen, und doch alles zugeschlossen und im Schlaf ßnden; hergegen könnte er auch an grand Boulevard des Nachts um ii Uhr Noch in' em Schauft>iel gehn; um ein, zwey Uhr nach Mitter­nacht mit einer artigen Gesellschaft seine 2tbendmahlzeit einnehmen, und uth drey, vier Uhr des Morgens bey feiner Dame Chokolate trinken.

Bey uns Deutschen ist ungefähr eben die Veränderung vorgegangeih» Je größer der Hof, je größer die Stadt ist, je mehr hat man.stch auch von der Gewohnheit entfernt, so'wyt des Mittags als Abends zeitig H es­sen , und man kann nicht'leugnen, daß viele zusammenkommend^^rsa- chen solches fast nothwendig gemacht habem Wer kann es deni Ham­burgischen Kaufmanne verdenken, daß er feine Börsezeit erst abnMet, oder an wichtigen Posttagen erst seine Briefe besorgt, um da ihm ün einer Stunde, ja an einer Viertelstunde Zeit ost. so viel gelegen ist, ßch^Mienw seine Geschäfte verrichtet sind, hernach mit desto sreyerem HerzeyH Wsche zu setzen, wodurch aber freylich manchmal das Mlttagseffen erst Nachmit­tags um 3 Uhr, und das Abendessen um <o oder n Uhr genommen wer­den kann.

Es ist indeß immer eine wichtige Frage, ob das frühe oder späte Es­sen für die menschliche Gesundheit zuträglicher, und also auch natürlicher­weise zu Ausrichtung der Geschäfte vortheilhafter sey? Wenn chan alles, wohl überlegt, so wird man mit Recht geneigt seyn, sich für das frühere Essen zu erklären, wenn anders zwey Mahlzeiten des Tags gehalten .wer­den sollen, oder es so wie die alten Rönm, und die-itzigen Engländer zu wachen,'die ein.gutes Frühstück nchMMirrnv gäi^zsspätsmTage'-lUdmt- sich essen, wenn ihre Geschäfte vorbey sind. Zwey Mahlzeitem, die.eine um 5,4'Uhr, und die andre Abends um io, 11 Uhrkommen ndch allezeit: zu früh aufeinander, die erste har der Magen noch nicht verdaut, wenn er schon bey der zweyten wieder anfangen soll; und wenn die zweyke, wie sehr natürlich ist, etwas spättin die -Nacht vaurt / -so wird der Theii. der Nacht, in welchem ver Schlllf irach allen medicinischen .'Regeln und Beobachtungen am gesundesten und erquickendsten ist , dem Körper entzo­gen, und hauptsächlich der Morgen wieder mit Schlafen ^gebracht, an dem doch gleichfalls nach allen Erfahrungen die Seele am mnütersten, und der Körper am geschickesten ist , dre bestimmten Arbeiten iu verrichten n MI. I y z und