Ausgabe 
8.3.1768
 
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lmb Nachrichten. 7-

dertmal versitzet würde: so bleibet er doch einfach/ wenn er nicht endlich gar zu Munde gehet» Dieses ist die kurze Anweisung, Vie ich den Land- wirthen habe ertheilen wollen. Nun will ich nur noch von dem grossen Nutzen der Baumschulen etwas ansühren. Wenn ihn unsere Landwirthe einsähen; so würden wir ohne Zweifel mehrere Baumschulen auf Dem Lande antreffen, als wir wirklich finden, wenn wir sie- auch mit des Diogenes Laterne suchten. Was die Obstgarten bey manchen Landgüthern einttagen, va öfters etliche 100 Thlr. bloß von dem Uebcifhiffe -es Obstes jährlich gewonnen werden, als wenn man selbst Baumschulen hat, und die besten * Arten zu Besetzung der Gärten selbst erziehet. Dadurch erspart man das

Geld, wenn man sie von andern kaufen muß, und man wich nicht, wie es sehr ost geschichet, wenn man an ungewissenhafte Baumhändler kommt, betrogen. Es wachsen auch solche Bäume viel besser an, als Diejenigen, Die matt von fremden Orten hernimmt. Man darf nicht besorgen, daß Die kleine Haarwurzeln unterweges verderben: denn Die Baume können, so bald sie aus Der Erde genommen werden, wieder eingesitzet werden. Wollte nun ein Landwirth nicht allein für sich junge Bäume erziehen, sondern auch an­dern für Geld überlassen-, so würde der Nutzen noch grösser seyn. Es sind Mir einige Baumschulen bekannt, wo jährlich mehr als zco Thlr. daraus gezogen werden. Dazu werden nun zwar größere Plätze erfordert, und solche, die schon in gutem Stande sind; es ist aber auch der Nutzen em- traglich genug, wenn ein Landwirth nur eine kleine Baumschule für sich anleget. Ist er nur einige Jahre im Vortheile, und säet er jährlich nur ein kleines Gebeet guter Kerne aus, so hat er immer jung und alt bet)» fammen. Der sogenannte Parcus hat in seiner Oeconomm in nuce S- 79 nicht unrecht, wenn er behauptet, ein Acker vor zoo Thlr. könne mit der Zeit durch Erziehung guter Obstbäume zu 1000. Thaler genutzet wer­den. Der höchstselige Churfürst August hat Den Nutzen von Baumschu­len wohl eingesihen, indem er, wie Gerber in seinen unerkannten Wohl­taten Gottes, Theil I. S 906. gedenket, immer ein Säkchen mit Obst-. kernen bey sich geführet, und sie hin und wieder in feinen Aemtern und Kammergüthern stecken, und Die Bäume hernach weiter versetzen lassen. Es fehlet nirgends an Platzen, wo noch eine grosse Menge guter Sätz- baume stehen könnten. Sie würden mehr Nutzen schaffen, als Die seit ei- niaen Jahren sehr beliebten wilden Castanienbäume, Die ober, wie es schei­net, numnehro äusser Gebrauch kommen wollen. Eine ökonomische ge­lehrte Gesellschaft zu Florenz hat nebst andern wirthschastlichen Dingen auch