Ausgabe 
4.10.1768
 
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und Nachrichten jij

Nach einem Kampf, den ihm Die Spröde schwer gemacht, So wie Der Feind die heisse Schlacht Dem Helden gern unüberwindlich macht. ; *

Der Sieg, Den Dämon auch erhält, Ist süsser noch für ihn, als aller Sieg Der Melk - - ;'

Allein kaum fühlt er sich im Schooße dieser Lust, Kaum ist er sich des grosen Glücks bewußt r So wird er schon Der Herrlichkeiten müde;

Sein Geist ist Der Entzückung satt: - --

So gähnen wir zuletzt beym allerschönsten Liede Das uns schon oft gerühret hat.

Er lacht - im Lächeln stirbt Die Mine, f Und Der Verdruß verdrängt den Scherz;

Was ihm vorher so göttlich schiene, Ist nun nichts mehr als eines Mädchens Herz. Er kömmt von seinem Traum zurück, Springt auf, und sucht ein neues Glück.

i Und so ist denn der Schatz, den er in bangen Stunden Nach so viel Müh und Angst gefunden, '

In einem Augenblick verschwunden?

So seh ich denn, was unser Schicksal ist;

Daß man nach einem Gute strebet, Es zu erlangen, mühsam lebet, Und wenn man es besitzt, vergißt; Uno dann nach neuen Gütern trachtet, ' Trotz Hindemiß und Trotz Gefahr, Und immer Das-mit Ueberdruß verachtet, Was kurz vorher uns himmlisch war.

So ist denn unser Glück ein Irrlicht, das unS trüget, Ein blosser Dunst, Der uns Die Herrlichkeiten lüget? Wie man sich naht, so fiieht es fort.

Und num glaubt man> nun hat marr^S gefunden, '

Man greifet zu üüd schon ist Glück und Glantz verschwunden, Dort zeigt es sich von neuem,- dort! -

Ja eil und hasch eS nur, von neuem wirdö verschwinden j

Und nie wirst du eS standhaft finden.

R r a Wik