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der Stadt vor sich ausgedeckt zu fthn , kund ihre Geschichte zu- erfahre^ Sie geben gern einen Kaffee zum besten, wenn man sich nur dabey auf Unkosten etlicher rechtschaffener Leute lustig macht, über die man sich langst aern hergemacht hakte, wenn jemand unverschämt genug gewesen wäre, den Anfang zu machen. Lucic und Emire haben also ihre tägliche Arbeit von Nachmittage um Zwey bis den Abend um Acht. Den gan- ren Vormittag wenden sie dazu an, zu den Unterhaltungen OrS Nachnm- tags sich geschickt zu machen. Sie siegen deswegen den ganzen Vormittag am Fenster, halten alle Bedienten und Mägde an, die ihnen Neuigkeiten aus ihrer Familie bringen müssen , erkundigen sich , wa§ heute tut Besuche angenommen und gegeben werden, was für Leute in ihre, Hauser kommen; wenn die Herrschaft heute aufgestanden, wie sie sich alle im aöflufe befinden; und am Ende, ganz im Vertrauen , wie es mit dieser und jener geheimen Sache aussieht, und alsdann tauschen sie ihre Geheimnisse gegen einander aus und verlassen sich. Ist eS Sonntag f so leben sie erst den ganzen Kirchengang, bemerken jeden Anzug, und dann gehn sie selbst in die Kirche, nicht in dem Vorsatze, einmal aufzuhoren, feinen Nebenchristen ihren ehrlichen Nahmen abzuichnciden, sondern m hem Vorsatze, sich hier einen auf etliche Tage hinreichenden Stoff zu sammeln x auf die Minen und Bewegungen acht zu haben, die MannSperso- mn zu bemerken, die nach dem Frauenzimmer lchrclen , und die narrischen Dinger die sich dadurch im Singen und Beten irre machen lassen kommen also die zwo Baasen ganz voll von Sachen m die Kaffegeseüschast, wo man sie schon erwartet hat. So bald sie da sind , so giebt man ihnen gleich Gelegenheit, in ihr Fach zu kommen, uito nachdem sie einige Umstande gemacht, als wenn sie die Leute gar nicht waren , die sich bis zur Verläumdung herablassen würden : so fangen sie desto ungestörter chre Lasierungen an. Bey dem allen müssen sie viele Klugheit in ihrem schändlichen Verfahren beobachten. Sie müssen alle Tage eine ganz andre Person vorftellen. Denn weil sie alle Tage m einem andern Häuft sind, und sich aufs genaueste nach den Umständen, Bekanntschaft und Anverwandschaft derjenigen richten müssen, bey denen sie Kaffee trinken, so müssen sie ebm so oft ihre Denkungsart und Interesse andern; wenn sie gegen nichts verstoßen wollen. Man muß erstaunen, daß sie seit 20 Jahren darum ker- um Fehler begangen haben. Denn so lange wird es seyn, daß sie, tote die Würgengel, Nachmittags um 2. Uhr herumwandern, und alles, waS sich nicht nut Kaffe lößt, anfallen. Ich betrübe mich allezeit, so oft ich sie


