Ausgabe 
1.11.1768
 
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und Nachrichten. zzr

wäre; wie liebenswürdig würdet ihr alsdenn seyn! Wie lange würde die Hochachtung dauern, die man euch jetzt erweißt; die aber vielleicht in ei­nigen Jahren schon stirbt, wenn sie keine andre Nahrung als euer Gesicht gehabt hat. Glaubt eS eurem Freunde, es wird noch eine Zeit kommen, wo ihr niemand mehr durch euer Gesicht entzücken werdet / wo niemand mehr eurer Schönheit Weyhrauch streuen wird; allein es wird oucb noch eine Zeit kommen, wo ihr ganze Familien glücklich machen könnt, wenn ihr ein Herz voll schöner und tugendhafter Gesinnungen und einen Ver­stand voll'nützlicher und unvergänglicher Erkentniffe habt. Nicht das, was nur einige Jahre gefällt, sondern das, was unaufhörlich gefällt, und immer mehr gefällt, je näher man es betrachtet, nicht die vergängliche Schönheit des Gesichts, sondern die unvergängliche Schönheit eines tu­gendhaften Herzens ist liebenswürdig und gefällt ewig.

Von dem sogenanrerr Thee de France.

Aus den Braunschw. Gelehrten Veyträgen DaS 46. Stück.

-Ohnerachttt unsere Landsleute mehr Geschmack am Caffee als am Thee haben, und daher jenen diesem weit vorziehcn, so wird man es doch kaum glauben, was für beträchtliche Summen Deutschland allein für Thee verschwendet; und obgleich bey uns der Bürger nur alsdenn Thee trinkt, wenn er sich nicht wohl befindet, so müssen doch die Summen schon ansehnlich seyn, welche dadurch aus unfern Ländern gezogen werden .Es haben sich daher schon viele verdienstvolle Männer die lobenswürdigste Mü­he gegeben, diesen verderblichen Aufwand dadurch mehr einzuschränken, daß sie uns Pflanzen zum Thee empfehlen, welche entweder bey uns wild wachsen , oder doch leicht und in genügsamer Menge bey uns gezogen wer­den können. Noch neulich wurden wir in diesen Blättern an eine Pflanze erinnert, welche zum Thee sich ungemein gut schicket, nemlich an die Bo- trys mexicana oder ambrolioides aus dem Geschlechte der Chenopodi- UMs. Es ist diese Pflanze schon lange unter den Namen des Thee ro- manum jefuitarum bekannt, und dem Verfasser des Aufsatzes in diesen gelehrten Beyträgen sind wir demohngeachtet doppelt verpflichtet, daß er uns eine Pflanze von neuem emMehlet, die fast in Vergessenheit gerathm wäre, um so mehr, da sie, ob sie gleich ein Jtaliänisches Gewächse ist, dennoch unter unserm Himmejstkiche im fre-en Lande und mit geringer $ V X War.