Ausgabe 
1.3.1768
 
Einzelbild herunterladen

<6 Giesfische w?chMtILch gemekttttStzige Anzeigen

fehlt, als daß sie einem erkenntlichem Lande ihre Wunderwerke gezeigt hät­te, um canonisirt, und eben so berühmt zu werden, als die pucelle -'Orleans'? Wiemancher begeisterter Lhapelam sitzt vielleicht schon, und zerkaut ganze Gebunde Federn, um diese Erscheinung in unsterblichen Rei­men zu verewigen? Wie mancher rechrschafner Calender Macher arbeitet vielleicht schon an der wunderbaren doch wahrhaftigen Historie des Mägdleins zu $ rc. womit er feinem Almanach künftigen Jahres eine beneidenswürdige Zierde geben will: und der noch darinn mit sich selbst uneins ist, waS er eigentlich daraus prophezeyen soll, ob Hungersnot!), oder ob Pestilenz, wofür uns doch der Himmel in Gnaden behüten wol­le. - Und wir sollten uns nicht die Mühe nehmen, nur einige Nachricht von einer Sache zu geben, die eine so wichtige Epoche in unsrer neuesten Chronick machen wird ? Nein, das können wir nicht leicht thun, ohne uns an einer grosen Menge frommer Seelen zu versündigem Wir rücken al­so zu einens nicht geringen Glanze unsres Blatts einen Brief ein, der von diesem phonft des weiblichen Geschlechts einige Erläuterung giebt, und das geprießne Wunderwerck in ein helleres Licht setzt; ob wir gleich befürch­ten, er möchte nicht so beschaffen seyn, wie sich ein gewisser Theil unsrer Leser denselben gewünscht hatte. Hier ist der Brief:

Mein Herr!

Sie mögen sich auch noch so lang und viel schmeicheln als Sie nur wollen mich, zu überreden, daß-die Geschichte des Mädgens zu Fauerbach, wovon, in allen Gesellschaften die Rede ist, etwas übernatürliches seye, so werden Sie mich dessen nie überzeugen können, seitdeme mein Artzt mir neulich das natürliche dieser Geschichte sehr begreiflich gemacht hat; Ich ha­be ihn ersucht mir einiges schriftlich zu entwerffen , um meiner Schwester in - - die, so wie Sie, zu dem grossen Haussen gehöret, welche dtes Wun- derwcrck mit Händen greisen wollen, ihren Wahn zu beschränken: hier empfangen sie also die Gedanken meines Artztes, und ich überlasse es ihrem Eutbefinden, ob sie solche denjenigen die eben so wie Sie nnd meine Schwe­ster urtheilen, (dann leider beherrschet die Leichtgläubigkeit unser Geschlecht noch in einem ziemlichen Grad,) bekannt machen wollen. Ich wenigstens bin nun, da mir meine Vorurtheike benommen, noch ungläubiger als mein Artzt selber, dieser hält den Zufall vor eine obgleich sonderbahre doch na­türliche Krankheit, welche zwar selten vorkommen soll, doch schon mehr- Mhlen wahrgenymmen und beschrieben worden, lesen Sie nur dessen mir erzählte