§8 Giesirsche wöcheMich--' gemernnStzige Anzeigen
Ich nahm ordinairen Kressm-Saamen, ließ zu Anfangs April denselben ins Feld auf ein Stückchen wohl gedüngten Acker nicht gar dichte säen, und hiervon erhielt ich um Johanni reiffe Kresse. Nach dieser Erndte in dem Sommer deffelbigen Jahres nahm ich abermahls Kttffen-Saamen, mischte einigen davon unter Rüb-Saamen, den ich zu Bau-Rüben säen lies , und auch diese davon, gekommene Kresse die dickstengelich wurde- und viel Saamen 'hatte, weilen sie dünn stunde, gelangte ebenfals itt> Herbst zu vollkommener Reiste und also hatte in einem Jahr zweymahl gmndtet.
Diesen eingeerndeten Kressen - Saamen liefe ich schlagen, und erhielte davon ein solches Oel wie oben gemeldet, ohne dem Schlag-Müller sagen zu lassen, den Saamen nicht starck zu rösten, weilen ohnehin Willens war, dieses Oel Doch noch von' feinen fecibus zu reinigen nach des Herrn Degeners Weise, doch mit Dem Unterscheid, daß hierzu nicht wie er, ein Bleyback, sondern ein hierzu expres verfertigtes irdeneL.Ge- saß nehmen wolte, allein eine unversehens vorgefallene Reise verhinderte diese vorgenommene coneltion, und nach meiner Zurückkunst, und Nachfrage, wie fleh das Oel verhielte und ob der Geschmack davon noch wie ehe? Dem wäre? erhielte zur Antwort ja, ich unterließ demnach die corrcttion, doch aber versetzte drey Thei! desselben mit einem Theil Baum-Oel und befand, daß es fast wie pur Baum-Oel schmeckte. .
Ob aber die Kresse an Saamen eben so .ergiebig als der Napus caetefis paribus, solches habe nicht versucht. Sollte man auch bey der Bammg Des Napi den Vortheil habener ergiebiger als die KreA; sv schmeckt dahingegen das Kressen - Oel besser alsRüb - Oel-
Auch schlügt die Erziehung der Kresse niemahl fehl, wohl aber ost die des Rübsen (wo man ihn nicht wie in Brabant setzt) und die Erziehung des Rübsen kan Des Jahrs nur einmal , die der Kresse aber zweymal geschehen.
% Was sonsten Mch vor Versuche gemacht in Ansehung der Silvicub- tur und wie es möglich in Zeit von 4 Jahren viele icco. gross und starcke Maulbevebaume ohnentgeltlich zu l-aben um gantze Lander damit, zur Nahrung der Seiden-Würme, 'zu besetzen, davon werde einandermaal zu reden mir die Ehre geben, gegenwürtig aber verbleibe mit vieler Achtung M. H. G. Herren r. j
Udenhausen den 2tm ergebenster Diener
Martz 1767, V/' G, A. Gump.


