108 Giesilsthe wöchentliche semeknnStzkge Anzeigen
Zeit die mit einem vernünftigen und witzigen Gespräch oft recht wohl fcte «offen werden könnte, mit dem Spiel zu verschleudern r um deswillen gehe, ich lieber gar nicht mit ihr um, welches mir doch ein Vergnügen ftyn wurde, wenn sie nur zuweilen spielte, weil sie nicht nur schön, sondern auchim Stand ist, eine sehr angenehme Person in Gesellschaft vorzustellen.
Ciu ist einer von denen Narren, die sich sehr klug düncken, und um eben dieser Ursache willen, die Rolle eines Narren annehmen. Till schwätzt in der Geschwindigkeit so viel unsinniges Zeug hinter einander drem , daß UNS Hören und Sehen vergeht. Nüchterne Einfälle, die er schon tausend» mahl vorgebracht hat, weither geholte Schertze, widersinnische Ausdrücke, und ein mit sonderbaren Gebärden verknüpftes Lachen sind dieTngenden, mit denen er der Gesellschaft angenehm zu werden sucht. Ich gestehe eS, man muß lachen , wenn man den Till zum erstenmal reden hört: aber sreylich weiter über nichts, als über die auserordentlichen Ungereimtheiten, die er vorbringt, und miteinander verbindet.. Aber ich, der ich den Till nur allzuoft in Gesellschaften angetroffen habe, bin seiner schon lange mü* Oe; denn er stellt meines Erachtens nicht bloS einen Narren znm Zeitver^ treib vor, sondern er ist durch die Hebung in dem einmahl angenommenen Character ein würcklicher Narr geworden.
Bramarbas ist der gröste Prahler seiner Zeiten: er kennt nichts als seine Verdienste, die er aber freylich mit einem VergröserungS Glas betrachtet. Er untekhält die Geftllschast bloS hiermit, redet in einem fort, ohne sich darum zu bekümmern , ob diese!bige gähnt, oder ärgerlich wird. Genug er hat einmahl angefangen, man muß ihn aushören. Eine GroS- sprecherey folgt auf die andere, und wenn er nichts mehr weis, so besinnt - er sich auf Kleinigkeiten, denn auch diese weiß er in seinerlErzehlung so zu senken, daß daS Ende davon allemahl eine Lobrede auf ihn selbst ist. Jedermann sucht ihm bei) der ersten Gelegenheit zu entwischen. Denn wen« man in Gesellschaft geht, so hat man allerdings die Absicht mit zu reden: und eS ist nichts vcrdrieölicher als wenn man niemals zum Wort kommen kan.
Gargil i|i gerade das Gegentheil. Er spricht fast gar nichts, sorr- pern lauret bloS auf dasjenige, was gesprochen wird, um sich hernach in einem Zirkel von ein paar Bekannten über das gehörte lustig zu machen. Wenn auch Gargil nicht den mindesten bösen Gebrauch macht von dem was er gehört hat, so ist er doch auch nicht zum Umgang geschaffen. Wer wO immer allein reden?. Und wer will alle Wörtgen abwicgen?
Die Fortsetzung folgt nächstens.
Gürn*


