Meflsthe VvZKMlich - gemrinnSyrge Anzeige«
Melinde ist imGrgMtheil viel zü spitzfündig als daß man mit ihr Umgang machen könnte. Ich will so gutftyu und glauben, daß sie nicht aus Bosheit andre Leute bey der germgstin Veranlassung adzusühren »siegt: es ist vielleicht nur ein Fehler der Eichung, ahrL Eltern Haden ßch gefreut, wenn das kleine, Töchterchen einen spitzigen EinftUl gehabt hat: He haben eS bewundert: lrH dieses hat ihm den unfertigen G.danken in den ^öpf gesetzt, daß es ein Beweis dds Verstandes, des Witzes, und der Artigkeit sey, wenn man andern Leute die Worte auffängt und verdreht , und sie lächerlich zu machen sucht.
Patin ist wirklich weit schlimmer. Er ist ein Spötter aus Bosheit. Sein erster Versuch,, den er bey Wer Bekanntschaft mit jemand macht, besteht darinnen, daß et W zum besten haben will. Er probirt «S auf alle Art, und findet er, daß sein neuer gekannter ihm in der Geschwindigkeit der Einfälle oder deS Mundwercks nicht gewachsen ist, so kan er gantze Stunden hinbringen, ihn lächerlich, aber auch zugleich ihn zu seinem Feinde zu machen. Auch in Gesellschaft solcher Leute, bey denen rr seine Spöttereyen zurückhalten muß weil sie ihm überlegen sind, kan er Me Bosheiten nicht lassen. Es komt kaum ein dritter hinzu, so macht et Kch an ihn. Er bedenckt nicht, daß es der Gesellschaft, die den neuange- jommnen aus vielen Ursachen werkh hält, eine schlechte Freude ist denselbi- -m vttltzünt und berrtttettMscheN. Er Mcht sich dadurch bey vielen Lcu- ftn aufWmal verhaßt. ^Jedermann weicht ihm aus, wenn en chn von ferse kommen sieht. - Wenn sich Patin nicht ändern will , so sollte er doch wenigstens aufhören, sich über den Mangel des Umgangs zu beklagen: Henn dec Fehler.liegt biss an ihm. Wenn ihm aber dieses nicht ansteht, jo rathe ichihm, daß er mit seinen Spölterchm dieLeute gehn laßt, und sich an die Religion macht. Da ein groser The,l dieses für eine desondre Stär- cke deS Geistes halt, und viele die nicht so viel Wrtz oder Muth haben, AitzüspotteN, sich doch hertzlich über eine jede solcher Spöttereyen freuen, so wird er vielleicht bald für einen Mann von Einsichten und Lebensart gelten, oder wenigstens doch nicht so viele Leute, an deren Gunst ihm immer noch mehr, als an einer duncklen und ungewissen Ewigkeit gelegen ist beeidigen.
Soilus ist kein Spötter sondern ein sehr ernsthafter und natürlicher Tadler. Allzusehr eingenommen von sich selbst , will er die gantze Welt »ach sich bilden. Alles was ihm vorkommt scheint ihm unschicklich, unrecht und unvemünftlL. Wenn er am Ruder säße, so müste alles anderst ftvnr


