4i6 GieflsihL wöchttttlich- SiM-Mytze AttzerM verheissen, wenn ich die Seufzer des Elenden stille und seinen Klagen ein Ende mache. Er will mir wieder Barmherzigkeit wiederfahren lassen, wenn ich sie andern erzeige, er will mich wieder trösten, wenn ich andre tröste, und wenn ich andern Gutes thue, so will er mir wieder Gutes thün. Soll ich diese Versicherungen für nichts rechnen?
Doch was sind alle andre Bewegungsgründe zur Liebe für die Elenden so stark sie auch immer seyn mögen gegen diesen einzigen, daß mein Erlöser die Wohlthaten, die ich dem Armen ertheile , so ansehen will, als wenn ich sie ihm selbst erwiesen hatte. Wenn ich also einem. Elenden meine Hülfe versage; so muß es in den Augen meines Heylands eben so viel seyn, als wenn ich sie ihm selbst versagt hatte. Dieser Schluß ist richtig. Aber eben um deswillen erschüttert er auch meine ganze Seele. Denn vielleicht habe ich wohl schon manchem Armen meine Hülfe versagt, vielleicht hätte ich wohl schon oft die Tbränen eines Unglücklichen abtrocknen können, und ich hab es nicht gethan. Ich kann diesen kränkenden Gedanken beynahe nicht vertragen, weil ich in diesem Fall das einzige Mittel, wodurch ich demjenigen, dem ich unendliche Wolthaten zu verdanken habe, gleichsam wieder eine Wohlthat batte erweisen können, anzuwenden würde unterlassen haben. Ich will es künftig immer für die höchste Unvernunft und für die unsinnigste Grausamkeit ansehen, irgend einem Armen ein Allmosen abzuschlagen, weil es die allerschwärzeste Undankbarkeit seyn würde, den Kindern desjenigen meine Hülfe zu versagen, von dem ich alles empfangen habe, was ich besitze. Noch viel weniger will ich mich unterstehen, irgend einen Armen, und wenn er auch der elendeste Bettler wäre, zu verachten oder ihm mit einer unfreundlichen Mine zu begegnen, weil mein Erlöser gegen alle Arme ohne Ausnahme liebreich und gütig gewesen ist und weil jeder Arme zu eben den Absichten erschaffen ist, wozu ich erschaffen worden bin und weil jeder Arme eben das Recht am Schutze des Himmels hat, das ich habe. Ich will bey dem Anblicke eines jeden Elenden immer denken; Vielleicht müßtest du jetzt unter ebender Last des Elends und der Noch seufzen wenn es der Vorsicht gefallen hätte, nur diejenige Mangel leiden zu lassen, die es verdienen. Ich will immer dabey denken, was Boerhave, dieser eben so grosse Menschenfreund , als berühmte Gelehrte , bey der Hinrichtung eines Miffechäters soll gesagt haben: ich hätte vielleicht, soll er gesagt baden, ein gleiches Schicksal verdient, wenn alle meine Sünden sollten bestraft werden.
Dies sind ungefähr die Betrachtungen, die ich bey diesem Vorfall : , - anstel-


