Ausgabe 
29.9.1767
 
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W i e hi sch e wöchentlich- gelnetWüKge WWgm . und Nachrichten Renn und Dreyssigstes Stl'lck.

Drenffags den r-ten September 1767, Mrt Hochfürstl. Hessens Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.

Fortsetzung des Briefs eines alten Generals am feinen Neffen bey der Preußischen Armee.

wie du gegen hie Untertanen deines Königs überhaupt gesinnt seyn mußt; so mußt du auch insbesondere gegen die Soldaten gesinnt seyn, die dir anvertraut werden. Betrachte sie als Menschen und Nicht als unvernünftige Thiere. Sey nicht allzusirenge gegen sie und forde­re keine unmögliche Dinge von ihnen. Vergönne ihnen erlaubte Vergnü­gungen, aber laß ihnen keine Ungerechtigkeit, keine Grausamkeit, keine menschenfeindliche Handlung gegen Freunde oder Feinde ungestraft hinge- hen. Vor allen Dingen gieb wohl darauf acht, daß sie nie um den ge­ringsten Theil ihres Solds betrogen werden und daß ihnen nichts von dm Vortheilen entzogen wird, die ihnen der König aus Gnaden zufiiesen läßt. Dadurch wirst du dir eine ungemeine Liebe bey jedem Soldaten erwerben, und wie viel darauf ankommt, daß ein Osficier von seinen Soldaten ge­liebt wird, das kannst Du am besten aus Der Erfahrung lernen.

Bey Der Armee bist du Den größten Versuchungen zu Lastern und Ausschweifungen unterworfen. Hier hast du alle deine Vorsichtigkeit und Überlegung nötig, um nicht mit Dem Strome sortgerissen zu werden.

P p -Siek