Ausgabe 
28.7.1767
 
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«Md Nachrichten. 2Z7

alles von ihnen erwarten. In dieser hoffnungsvollen Erwartung ver­harre ich

gehorsamst - ergebenster

Johannes Billig.

Das ist doch wirtlich ein abscheuliches Md von einer Frau, werden meine junge Leserinnen sagen. Dergleichen unvernünftige Forderungen wollen wir nie an unsre liebe Männer thun. - Nun, wenn Sie sol­che unbillige Forderungen nie an ihre Manner thun wollen, meine schöne Leserinnen; so will ich Ihnen auch lauter solche Manner wünschen, die Ih­nen mit Vergnüge» diejenige Kleider machen lassen, die sich für Ihren Stand schicken, und ihren Einkünften gemäs sind. Ich will JhNenMän- ner wünschen, die vernünftig genug sind, Sie nicht als Mägde, sondern als Weiber anzusehen. Halten Sie diesen letzten Wunsch ja nicht für wenig bedeutend. Man hat Exempel, daß das Gegentheil davon wahr geworden ist. -

Doch wieder auf meinen Herrn Correspondenten zu kommen, dessen Schicksal ich von ganzem Herzen beklage, weil ick es für ein nicht gerint ges Unglück und für eine ausserordentliche unangenehme Uebung in der Ge- dult ansehe, wenn ein Mann ein eitles Schätzchen zur Frau bekommen hat. Wenn ich diesem nothleidenden Manne aus einer eignen betrübten Erfah­rung Rath errheilen sollte; so würde er wenig Trost und Hülfe in seinem Kummer von mir erwarten können. Denn das muß ich meiner vernünfti­gen und sittsamen Frau hier öffentlich zum Ruhme nachsagen, daß sie mir nie «ine unnöthige und meine Einkünfte übersteigende Ausgabe zur Befriedi­gung des Stoltzes und der Eitelkeit zugemuthek hat. Allein zum Glücke habe ich in den Auszügen, die ich mir aus den Büchern, die ich gelesen, gemacht habe, ein Mittel gefunden, wodurch mein Herr Correspondent seine Frau vielleicht von ihrer Eitelkeit und von den daraus entstandenen Übeln Zufällen heilen kann. Ich weis nicht, in welchem Schriftsteller ich dieses Mittel eigentlich gelesen habe, ob es im Zuschauer, im Schwä­tzer oder im Schwärmer war.- Gnug, daß ich das Mittel selbst noch weis, und zum Dienste aller fteywilligen Invaliden des weiblichen Ge­schlechts bekannt machen kann. Es ist in folgender Geschichte enthalten.

Ein schönes Frauenzimmer aus London war an einem Herrn von al­tem Geschlechte aus einer Landschaft von Grosbrittannien verheirathet. Dieser Mann war von einer weiblichen Gemükhöart und gchörte zu denen,

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