2.6 Gr'esslschewöchentliche AemevryDtztze Anzeigen

de? /, Kaumr sagte ein r .uer Schriftsteller * von ihm, kaum sühleke er n diele Bezauberungen seines eingebildeten Glückes: so hob er seine Augen /, in Die Höhe unD sähe über seinem Haupte ein blitzendes Schwerdt an v einem Dünnen und zarten Haare schweben. Welche Angst erfüllte bey „ Diesem Anbliofe seine Seele? Wie wenig verstattete ihm Die Furcht vor „ dem Tode Den Genuß aller Dieser Schatze, Die er vor sich hatte. Er sa- „ he keine Tapeten, keine Bedienten, keine silberne Kostbarkeiten mehr. n Er sähe nichts, als das drohende Schwerdt, und ließ die Blumenkrän- ,, ze fallen, die ihm Die Wollust in Die Hande gegeben hatte. Er bat den n Tyrannen, ihm zu erlauben, eine Glückseligkeit zu verlassen, die anstatt 11 sein Herz mit Freude und Vergnügen zu erfüllen, ihm zum Sklaven ii der Furcht und Der Angst machte. „

So thöricht die Wünsche Der Menschen manchmal sind, so thöricht und unüberlegt sind auch meistentheils ihre Klagen über die Unbequemlich­keit ihres Zustandes, und ich glaube gewis, Daß ein Verzeichnis von den Klagen der Menschen eben so lustig müßte zu lesen seyn, als ein Verzeich­nis von den vielen lächerlichen Wünschen, womit sie sich manchmal so gerne abgeben. Und ich weis eben nicht, ob ich es meinem Freunde, dem Herrn . . ., gar sehr Übelnehmen kann, wenn er sich zuweilen über die Klagen einiger Leute recht von Herzen ergötzt. Er hat mn oft erzählt; wenn er einige müssige Stunden hätte und recht lustig seyn wollte; so liefe rr seine drey alte Nachbaren zu sich invitiren, die ihm Dann zwo bis Drei; Stunden ganz hinweg klagten und die in Der Weit nichts als Misvergnü- gen und allenthalben Ursachen zu klagen und seufzen zu finden glaubkem

Diese seufzende und klagende Creaturen sind unter uns häufiger als man denken sollte. Es ist fast zur allgemeinen Mode geworden, Daß kein Mensch mehr mit dem Zustande, worin er lebt, zufrieden seyn will. Der eine hat dies, Der andre jenes daran auszusetzen, und jeder bildet sich ein, er müsse erst noch etwas gewisses besitzen, bis er mit Wahrheit sagen könn­te, daß sein Zustand für ihn bequem sey. Cleanrh klagt über seine allzu finstre und unbequeme Wohnung. Wenn er nur ein "schöneres und re- gelmäsigeres Haus hätte, so wäre er vollkommen glücklich. 2ümitt sieht keinen Menschen an sich her reiten; so seufzt er; ach! wer doch auch reiten könnte und nicht zu Fuße gehen müßte. Ein schönes Pferd, )&./ wenn ich

» S. Sucre» in seinen Erfahrungen im dritten Lhckle Seite 19.