58 Giesirsche wöchentliche gemerttttZyrge Anzeigen
Seele endlich eine gewisse Richtung bekommen, welcher sie immer folgt, wenn sie nicht stärkere Ursachen aus dem Glesse bringen. Sie loben mechanisch, ohne daß sie sich dessen immer bewußt sind. Hat man Ursache auf das Lob solcher Leute stoltz zu seyn? Ist es nicht eine Thorheit daß sich Tbraso etwas darauf einbildet, wenn ihm ein vornehmer Mann ein paar Worte gesagt hat, darinnen er wiewohl ost nur in der Ferne, einiges Lob für sich zu erblicken glaubt? Weiß er denn nicht daß dieser Mann auf eine besonders gute Lebensart Anspruch macht, und aus diesem Grund einem jeden, der ihm vorkomt, etwas artiges sagt, ohne die Verdienste zu unterscheiden, blos um den Ruhm davon zu tragen, daß er zu leben wisse? Was ist das fü$ ein Vergnügen , wenn er einem jeden andern, der unsre Verdienste bey weitem nicht hat, kurz darauf das nämliche Compliment macht? Lacht man nicht über ein Frauenzimmer das stolz wird, wenn ihm ein leichtsinniger Stutzer, der von einer zu der andern flattert , einige Schmeicheleyen vorsagt? Sind aber nicht viele Männer in diesem Punkt mehr als Weiber?
Andre haben bey ihren Lobeserhebungen, womit sie in Menge frey- gebig zu seyn pflegen, die Absicht sich bey uns einzuschmeichlen und in Gurrst zu setzen. Findet ihr Eigennutz für rathsam uns zu tadlen und zu lästern, so sind sie in eben dem Grad, in weichem sie loben, hierzu bereit. Dämon lobt mich in den freundschaftlichsten Ausdrücken. Warum? Mein guter Tisch gefällt ihm: Er hat Appetit nach meinem guten Wein: Die schöne Base welche ich zur Gesellschaft meiner Frau bey mir habe, leuchtet ihm in die Augen, Er bedarf meiner Gunst, wenn er von allen diesen Dingen Vortheil ziehen will, und nun lobt er mich bey einer jeden Gelegenheit , und wenn er sie auch mit den Haaren herbeyziehen sollte. Aber mein wehrter Herr Dämon, ich bin nicht so einfältig, daß ich ihre Absichten, welche durch die Dunkelheit, womit sie dieselbige zu verhüllen pflegen, dennoch hervorschimmern, nicht gewahr werden sollte. Geben sie sich keine Mühe: Mein Tisch und mein Wein sind nur für meine Freunde, und im Vertrauen gesagt, mein schönes Bäsgen ist schon für jemand anders bestimmt. Gehn sie nur zu Herrn Dandin, da werden sie Vergnügen genug finden. Er ißt und trinckt noch besser als ich: Er hat keine Base bey sich: Aber eine schöne Frau. Kennen sie den Narcis? wissen sie noch, wie er des Hörnerträgers in allen Gesellschaften zu spotten pflegte ? Nun ist er mit seiner schönen Frau selbst bekannt worden: Jetzt lobt er den
Mann


