wöchentlich-
Mit Hochfürstl. Hessen/ Darmstadtischer gnädigsten Erlaubnis» —-------—--------------------- -------................ । F ■ —
Beschluß der Gedanken Aber einige sehr gemeine Fehler geistlia cher Redner-
^^ine von den vornehmsten Ursachen der bemerkten Fehler ist, daßohtw gefahr der vierte Theil von denen welche siudiren , nicht Ge« nie genug, und keinen hinlänglichen Menschenverstand besitzt, oder doch durch eine schlechte Unterweisung in der Jugend, nach welcher man bloß das Gedächtniß beschäftiget, die Vernunft aber verroste« laßt, daS bisgen Verstand, das er etwa gehabt hat, wieder einbüßt. Wie ist eS möglich daß Leute dieser Gattung daS-schickliche von dem ungereimt ten unterscheiden können? Eine andre Ursache liegt in der grosen Trägheit von wenigstens zwcy Thcilen derer die zu studiren vorgeben. Wer die hohe Schulen kennt, der weiß wie wenige ihre Lehr-Stunden ordentlich besuchen, und wiederholen, oder sich durch das Lesen guter Schriften Einsicht und Klugheit zu erwerben suchen. Wenn solche Leute nach Hause kommen und predigen müssen, so wissen sie in der Angst nicht, wie sie es anfangen sollen: Denn wcnns hoch kommt, so haben sie eine unfruchtbare und mit Kunstwörtern angefüllte Dogmatick und eine gezwungne Homilie, und beyde doch nur obenhin gehöret. Sie greiffen alsdenn nach der ersten A a Postill
Fünf und Zwanzigstes Stück.
Dienstags den Mtcn Junti 1767.
/


