Ausgabe 
22.12.1767
 
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4Giesfische wöchentlich t Femeinnützige Anzeigen

Läßt, doch wenigstens richtige und edle Begriffe, davon beybrächte, als daß man sie mit solchen Unwahrheiten und Jrrthümern unterhielte? Könnte man ihnen nicht eben so gut sagen: Ihr Kinder, diese Music, die ihr da hört, geschieht dem lieben G-Vtt $u Ehren, der uns alles, was wir haben gegeben hat, der alles, was wir vor uns sehen, erschaffen hat, dieser gü­tige GOtt hat vor vielen hundert Jahren einmal seinen einzigen Sohn pom Himmel auf die Erde geschickt, damit er uns sagen möchte, was seinhim- lischer Vater von uns will gethan haben und wie wir ihm gehorsam seyn sollen, wenn er uns nicht strafen soll. Wenn dieser gütige GOtt seinen Sohn nicht zu uns geschickt hatte; so wüßten wir jetzt nicht, wie wir ihm gehorchen sollten, und wir müßten uns immer fürchten für seinem Zorn, weil wir ihn so oft durch unfern Ungehorsam betrübet haben. An diesem Tage ist vor vielen Jahren sein Sohn als ein kleines Kind auf diese Welt gekommen. Alle Menschen freueten sich darüber und lodeten seinen himm­lischen Vater, daß er sie so lieb gehabt hätte und ihnen durch seinen Sohn sagen ließe: er wolle nun nicht mehr über sie zürnen, wenn sie in Zukunft thun würden, was er ihnen sagte. Sehet ihr, Kinder, wie gütig GÖtt gegen die Menschen ist! Deswegen danken ihm jetzt auch die Menschen, sie freuen sich über seine grose Liebe, sie musiciren ihm zu Ehren, sie gehen in die Kirche und beten, weil der Herr JEsus an diesem Tage ist geboh- ren worden. - So ungefähr könnte man zu den Kindern sagen, wenn sie uns um die Ursache befragten , warum man auf dem Thurm musicire. greylick wird ihnen noch vieles in diesen Reden dunkel und unbegreiflich seyn, sie werden uns dabey noch vieles auf unser Wort glauben müssen. Allein ihr Gedächtnis wird doch dadurch mit Wahrheiten und mit Vor­stellungen erfüllt, die nicht unedel sind und wobey sie sich GOtt als ein sehr gütiges und liebenswürdiges Wesen denken können. Ich würde es des­wegen jedem Vater anrathen, daß er seine Kinder immer zu der bestimm­ten Zeic vom Schlafe aufwecken und sie die Music unter diesen faßlichen Ge­sprächen mit anhören lieft. Dies könnte vielleicht ein vorrrefiiches Mittel seyn, dem jungen Busen eines Kindes eine ganz unauslöschliche Liebe zu GOtt einzudrücken und sein Herz früh zur Dankbarkeit gegen die Güte des­selben anzuflammen.

Und, o gütiger Himmel, wieviel albernes und thörichteS Zeug wird den Kindern nicht von den Geschenken des Christkindchens vorgeplaudert» WiefthrmiSbraucht, wie sehr unterdrückt man hier nicht ihre aufkeimende Vernunft-<die man doch auf das allerfrüWe mit der größten Klugheit und