Ausgabe 
21.4.1767
 
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Wehr gebe, die sie widerlegen könnten weil sie Hon diesen wenigen nicht sind widerlegt worden. Allem in den Gesellschaften, worinn ich sie anrraff, kamen sie immer schlecht weg. Sie wagten sich hier an Geister, die zwar noch nicht stark genug gewesen sind, das Wort Gottes, wie sie, für falsch Lu halten , die aber doch stack mW geschickt genug waren, sie bald in ihrer völligen Biöse darzustellen und chre Einwürfe, ihre schwachen Einwürfe, die nur deswegen einigen Schein haben , weil sie aus dem Zusammenhang nnsrer Religion herausgerissin sind, gänzlich zu zernichten. Was wirkten aber diese Widerlegungen bey ihnen? Weiter nichts, als daß sie darüber in H-tze und Grobheit geriethen, ansingen zu schimpfen, nicht mehr wuß­ten, wie sie sich helfen sollten, hey den stärcksten Beweisen ungläubig blie­ben und sollte es auch nur aus Rache gegen diejenige geschehen seyn, von denen sie widerlegt wurden. So wenig waren dieseLeute Freunde von der Wahrheit so ungern liefen sie sich belehren und so wenig begierig waren sie, sich immer mehr von dem überzeugen zu lassen, was sie glaubenodernichtglauben sollten!

Ich mußte nur lachen, als jüngsthin ein witziger Kopf einen Freygeist, auch bey dem Ende eines Religions Streites mit einer ganz trockenen Mine fragte: Mein, sagen Sie mir doch einmal , Herr R., woher kommt eS wohl, daß die berühmtesten unter ihrer Sette immer auf dem Tod-Bette noch so ängstlich nach den Predigern gefragt und in dm letzten Minuten ihres Lebens noch diejenige Region haben annehmen wollen, Die sie so lange verleugnet hatten und daß fast alle übrige geschworne Feinde der christ­lichen Religion, die ihre steydenkerische Meinungen vor ihrem Tode nicht haben ablegen wollen, in der größten Verzweisiung dahin gestorben sind? Der elende Freygeist aber verstummte bey dieser Frage und konnte nicht einmal diesen leichten Einwurf gegen seine Grillen widerlegen. O! dachte ich, wenn diese Leute den Namen starker Geister verdienen; somöchte ich einmal wissen, welche man mit dem Namen schwacher Geister belegen sollte. Es kommt doch, wie mir deucht, ein wenig mehr auf die Wahrheit der christlichen Religion an, als daß man sie mit einem so unverantwortlichen Leichtsinn in Zweifel zieht und daß man sie, ohne sie recht zu- kennen und zu prüfen, von sich stößt. Wisst ihr dann so gewis, ihr Herrn Freygei- ster, daß die Menschen von Natur allzu geschickt sind, nach Wahrheit und Tugend zu streben, als daß sie noch nöthig hätten, diejenige Mittel jur Tugend, die uns andre höchst glaubwürdige Leute auf Befehl Gottes ausgezeichnet zu haben vorgeben, nicht einmal einer ernsthaften Betrachtung u würdigen? Ich für mein Theil wüßte nicht, warum ich in dieser Welt

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