2r Giefflsthe wöchentlich- gemerttttützige Anzeigen
man sich manchmal bei seinem Nachbar nach den Namen und Aemtern der Anwesenden erkundigen muß, um ihre Gesundheit nach Stande.sgebührunb Würden trinken zu können. Ich habe Leute gesehen, die verlangt hatten, daß man ihre ganze Titulatur hergesagt hatte, wenn man auf ihre Gesundheit trank. Mir gefallt deswegen keine Gesellschaft in unsrer Stadt besser, als diejenige, die man bisher wöchentlich im Concerte auf dem Nathhauß angetroffen hat. Hier wird auf keines Menschen Gesundheit getrunken. Wenn man einem wohl will; so wünscht man ihm Gesundheit undWohlergehen im Herzen, und giebts ihm bey jeder Gelegenheit durch thatige Beweise zu verstehen.
Ich könnte noch mehr dergleichen Dinge anführen, die unter das Steife und Gezwungene in unfern Gesellschaften gehören, wenn ich weit- läuftiger seyn wollte. Ich befurchte so schon, Sie ermüdet zu haben, und aus dieser Ursache will ich meine Gedanken über die zweite Gewohnheit, die mir noch viel abgeschmackter vorkommt, aufs künftige versparen. Ich nenne mich einsweilen
Ihren
gehorsamsten Diener
Valentin Mefferzius.
Fortgesetzte Wetterbeobachtung.
Am l2 dieses Monats Vormittags io Uhr stund der Merkurius im Reaumurschen Thermometer z Gr. unter dem GefrierPunkt, fiele Nachmittags um 4 Uhr bis auf 9 Gr. gegen 9 Uhr Abends bis auf 16. Gr. gegen 10 Uhr aber bis auf 18. Gr. unter O. Nachts um r z Uhr noch i8 Gr. den i) Morgens 9 Uhr 174 Gr. gegen n Uhr aber 14 Gr. um iz Uhr 14 Gr. um z Uhr 1 z Gr. nach 4 Uhr n Gr. um 6 Uhr Abends war der Mercurius wieder auf 13. Gr. gefallen, stiege aber bis 8 Uhr auf io Gr. um ii Uhr Abends war er bis auf 7 Gr., folgenden Morgen aber als den 14 bis auf r Gr. gefallen.
L7eue Bücher.
Bericht, abgeforderter, vom Ursprung, Beschaffenheit, Umständen und Verrichtungen der Kapserlichen Cammergerichts - Visitation, 4. 1767. 48 kr.
Sedan-


