Gr'esifche rvZchetttlrch- gemernttötzige Anzeigett kungsart verbinden. Ich kann mich deswegen'nicht genug über die Leute wundern. Die so sehr Thoren sind, daß sie so gar auf dieses blinde Glück stolz thun, und ein Recht zu Haden glauben, andre von niedrigerer Her­kunft Deswegen kaum über die Achsel anzusehen.

Ich will es gern zugeben, daß es billig und gerecht sey, sich über den Flor seiner Familie zu freuen und ein Vergnügen darüber zu empfinden, daß man von einemattenvornehmen Geschlecht abstamme, daß man diesen oder jenen angesehenen und berühmten Mann unter seine nächsten Anver­wandten zählen könne. Aber um deswillen den Verdiensten andrer Leute keine Gerechtigkeit wiederfahren lassen und ihre Vollkommenheiten und vor- Irefliche Eigenschaften nicht sehen wollen, um deswillen andre verachten und nicht einmal-eines freundlichen Anblickes würdig halten, das ist doch, deucht mir, viel zu weit-gegangen, das zeigt doch, wohl einen nicht geringen Man­gel am Verstand an, das ist doch wohl ein sehr deutlicher Beweis daß man des Glücks nicht wetth sey von einer hohen Familie abzustammen, das ist doch wohl der kürzeste Weg, vor hochmüthig gehalten zu werden, sich bey jedem Vernünftigen verhaßt zu machen und ein unerträglicher Ge­sellschafter zu werden,

So wenig uns also der Hamr'K'enstolz Key dem verstandigern Thei- K des menschlichen Geschlechts ein vorcheilhaftes Urtheil erwirbt; so sehr hat man Ursache, über die Menge von Leuten zu erstaunen, die von diesem thörichten Stolze angesteckt, in unfern Gesellschaften erscheinen. Man findet Leute in denselben, Die so blindlings und ohne Unterscheidung für ih­re ganze Familie eingenommen sind, daß sie sich sogar einbikden, sie waren von viel besserer Erde gemacht, als alle andre Familien, und wenn sie auch mit der ihrigen in gleichem Range stehen sollten. Man sicht Leute, die es für sehr mühsam, auch manchmal für schimpflich halten, sich mit an- Hern Leuten vom niedrigem Stande in Unterredungen einzulaffen, Die es als eine besondere Gnade anrechnen, wenn fie Die Fragen oDer Bitten ei# «es weniger vornehmen Mannes mit Freundlichkeit aufnehmen unD die Re. Den Vess-lbrn Mit einem lieblichen Lächeln begleiten und Die Wunder glau­ben, wie weit ste über andre erhaben waren, wenn sie ihnen zu verstehen geben, Daß sie sie im Herzen verachten. Man trifft Leute an , die so gar in Den Fehlern ihrer Anverwandten etwas schönes Und liebenswürdiges und in den kleinsten haken derselben etwas groseS und erhabenes zu finden glaubet! , die alles, was von ihnen herkommt, ohne Schamhaftigkeit bis zum Himmel erheben, die-jeden Vorfall, wenn es nur halb möglich ist, mit