Ausgabe 
15.9.1767
 
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s-L Mesisischs wöchentlich♦ MmekttnütziZe Anzeiger»

gen Gesinnungen gegen mich, wofür ich ihm nicht genug danken kann, bewogen worden, einen Theil der unsterblichen Ehre, die er allein mit Recht von der Bekanntmachung dieses Werks hätte erwarten können, auf mich zurückfallen zu- lasten. Er hat mir erlaubt, meine Leser Auszugsweise Hamit zu unterhalten. Damit ich aber seine Gütigkeit nicht miSbrauche; so will ich nur, um jedernrann aus daS Werk selbst desto begieriger zu machen, die Lebensgeschichte seines Herrn Vetters von einer Woche hierher setzen und meine Leser bitten, alle übrige Wochen seines Lebens für eben fo wichtig anzusehem Ich wähle mit Fleiß die Dritte Woche in dem May, weil.in. diesem Monat die menschliche Natur munterer und geschäftiger, Kls in irgend einem andern zu seyn pßegt.

Anno 1760. May.

Sonntags früh um acht Uhr stund ich auf, wusch mir die Hän­de und gieng in der Stube herum.

Neun Uhr. Ich trank den Thee und rauchte eine Pfeife Tabae da­zu. In die Kirche konnte ich nlcht gehen, weil meine Pfelfe noch nicht zu Ende war.'

Zehn Uhr. Ich wollte in des Herrn von Bielefelds Posiill lesen; weit ich aber die vorige Nacht nicht wohl geschlafen hatte; so war eS mir nicht möglich- mehr als den Eingang der heutigen Sonntags Predigt zu Lesen. M

Elif Uhr. -Ich sch durch mein Fenster die Leute aus der Kirche gehen und rauchte em Pfc.fchrn duzu.

Zwölf Uhn Die Suppe schmeckte ein wenig nach dem Rauche. Der Johann mußte mir einen Schoppen Wein mehr als gewöhnlich bey dem Herrn P. hohlen.

Ein bis dre? Uhr. Ziemlich sanften Schlaf.

Drey Uhn Bey dem Coffee las ich die Zeitung. Die Neuigkei­ten sind nicht viel werth. Prinz Ferdinand muß die Franzosen doch noch zum Teufel jagen. Der Nachbar LipS glaubt, die Franzosen müßten mit nächstem retiriren.

Vier Uhr. Ich sah das Regiment Royal Dcuxponts vor mei­nem Hause her marchirm.

Fünfbis sieben Uhr. Ich gieng zum Weine. Der Spaß des Herrn Hauptmanns * * gefiek mir nicht. Die zotigen Späße über# 6wpc schmecken sehr nach dem Pöbel.

Acht