Ausgabe 
11.8.1767
 
Einzelbild herunterladen

Mit Hochfürstl. Hessen- Darrustädtifch<r gnädigsten Erlaubnis»

wöchentlich-

e /* ; (

DßMennich einmal recht vergnügt seynwill; so veckaffe ich die Stadt und fliehe in die Arme meines treuen Dämons/ der das Glück hat, auf dem Lande zu leben. Es sind jetzt schon einige Wochen, daß ich dieses reizende Glück mit ihm theile, und ich bin nunmehro so entzückt in das Landleben, daß es'mir bange wird, wenn ich daran denke, daß ich wieder in das Geräusch der Stadt zurücke kehren soll. Ich stelle mirs jezt immer ganz unmöglich vor, daß es noch Leute geben soll, die dieses glück- seelige Leben verachten. Doch vielleicht verachten sie es nur, weil sie seine lieblichen Wohlthaten noch nicht aus der Erfahrung haben kennen gelernt, und weil sie sich noch nicht haben gewöhnen können, mit sich allein zu s yn und mit sich selbst umzugehen; eine Gesellschaft, die freylich nicht jederman vertragen kann, und die die wenigsten Menschen kennen, ob sie gleich die nötbigste und nützlichste ist. Denn so viel begreife ich wohl, daß das Landleben für einen Menschen allzu wenig Reitzungen haben muß, der noch ganz in den Lärmen der Welt vergafft ist, der sich einbildet, daß stille Freuden keine wahre Freuden sepen, der sich noch nicht vorgenommen hat, seinen Pflichten und seiner wesentlichen Bestimmung gemas zu leben, . der sich aus dem Verlust eines ganzen Jahres kein Gewissen macht, der noch nicht weis, worin der wahre Genuß des Lebens besteht f und der die

v - H h Enkzü-