Ausgabe 
10.2.1767
 
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46 GieMche wSchettdüch- gemerttttützr'ge Anzergett

Versuche habe ich einige mal wiederhohlt. Ich bin nie so glücklich gewe­sen, dem martinikischen Coffee durch daS Abbrühen den Geschmack des le- vantischen geben zu können. Ich hatte aus £ Pfund levantischer Bohnen eben so viel Coffee bereitet, als aus £ Pfund abgebrüheten martinikischen Bohnen: und meine Freunde, die eben zugegen waren, zogen doch den levantifchen dem martinikischen vor-

Das Filtriren des Coffee ist allerdings besser, als die gemeine Art der Zubereitung. Einige behalten diese Art der Zubereitung bey, und wenn das Wasser über dem Pulver kocht, werfen sie glühende Kohlen darein. Der Geschmack des Coffee scheint würklich nichts dabey zu verlieren.

Von der Art, feine Gedanken in kurzen und nicht zusirmmen- hangenden Gänen adzuschaffen.

Es ist Schade, daß manchmal Leute von dem feinsten Witze und dem besten Verstände in ihrer Jugend sowohl in den Wiffenfchaften über­haupt , Äs insbesondere in dem Unterrichte, wie sie einen Gedanken or­dentlich und gründlich ausführen sollen, versäumt werden. Die Welt verlieret dadurch vielleicht mehr als man glauben sollte. Denn die frucht­barsten Genies werden oft, der Welt ihre Gedanken über eine Sache mit'zutheilen, nur blos dadurch abgehalten; weil sie sie nicht in einem ge­wissen Zusammenhänge aufzufetzen vermögen. Ich haln dergleichen Köpfe auch unter uns wahrgenommen, und ich bin so frey, ihnen einen Vorschlag zu thun, wie sie demohnerachtet durch ihren Witz und ihre Einsicht nutzen und vergnügen könnten. Mein Vorschlag besteht darin, daß sie die vor­nehmsten und wichtigsten Gedanken, die ihnen in Unterredungen, im Nach­denken, oder bey dem Lesen eines Buchs einfallen, einzeln und ohne sich lange um einen Zusammenhang zu bekümmern, aufzeichnen, und uns zu­schicken möchten. Wir wollen sie alsdann mit dem größten Vergnü­gen in unfern Blattern bekannt machen und das Andenken derselben, we- uigstens bey unfern Landsleuten zu erhalten suchen. Nur müßten diese ein* 1 zelne Gedanken jederzeit das Gepräge der Neuheit an sich haben und nichts enthalten, was wider die guten Sitten, wider den Staat, und wider die Religion läuft. Im vorbeygehen will ich nur noch erinnern, daß nichts in der Voelt einen Menschen bey allen Vernünftigen- lächerlicher und verachtungswürdiger machen kann, als wenn er auf Kosten der Tugend und der Religion seinen Witz zeigen will. Leider! geschiehet dieses unter uns nm allzu ost.

. kK- j m - Ueberhaupt