Ausgabe 
8.12.1767
 
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Und Nachrichten- Zez

Gelehrte Bemerkung.

Einem auswärtigen Gelehrten hat die Stelle 2 Sam. 24/ rz. einen Scrupel erweckt, den er vor unüberwindlich halt, so lange der Text, welcher den Arafna einen Lxönig nennet, bei der alten Ueberfttzung bliebe, welche bisher blindlings, wie er meinet, in teutsche und andere Bibeln eingeschlichen seye. Er suchet deswegen den ebräischen Text viel an­ders zu übersetzen, und halt diese neue Erfindung vor das eintzige Mittel, die Wahrheit der Geschichte zu retten, in welcher der Arafna ein Lxönig genennet wird. Er halt es bei nahe vor unverantwortlich, daß niemand diesen Fehler bis daher eingesehen habe, wodurch derArafira zu einem- nig gemacht worden. Ich sehe daß verschiedene Gelehrte ihm gleichfals in Zeitungen bereits geantwortet, und Ausleger dieses Textes angefüret ha­ben, die bei dem natürlichen Wort - Verstände geblieben, und die Wahr­heit der Geschichte dennoch behauptet haben. Von alteren Auslegern, be­liebe man den Münster, denvatablus/ den Clarins, denGrotius, über die obgedachte Stelle nachzusehen. Arafna, sagt Grotius, ( über den 18ten Vers) rvar em frommer Mann, aus dem Geschlechte der Jcbusitischen Bömge; deswegen wird er v. 2.3. em 2xonict genennet. Clarius über den i6ten Vers: dieser Arafna ist ein Lo- nig der Jebusirer gewesen zu Jerusalem. Dann diese sind noch unter den Juden gewesen. Jedoch steuerbar dem Römg David, und nicht abgöttisch: deren kleiner Rönig oder Oberhaupt eine Tenne hatte auf dem Berge Moria ic. Vatablus , über den 23. Vers: Arafna war Ronig der Jebusiter ehe die Burg von Da­vid eingenommen worden. Münster gebrauchet eben die Worte des Clarius, die wir angeführet haben. Bey neueren Auslegern wird man ein gleiches finden. Ja Luther hat schon diese Anmerkung dem Text beigefüget. Man hat Exempel, daß die Uebergehung solcher Anmerckun- gen zu einer unvorsichtigen Critik Anlaß giebt, die wohl gar eineAenderuna des Grundtextes veranlasset. Wiewohl, der Vorerwehnte Gelehrte ist so weit nicht gegangen, sondern hat es bei einer neuen Auslegung gelassen, die jedoch, so löblich das Nachdenken in dergleichen Fallen ist, weniger na­türlich zu seyn scheinet, als die alte. Giesen den 24. Nov.. J. H. B.

Avertißement.

Es ist nunmehro die Liste von der Ziehung ster Classe, Freyherrli- ch Forstmeisierischer ersten Dncattn Pretieusen Flachs und Holländischen

Lein-